Experten: Inflation trifft einkommensschwache Haushalte unter Marcos-Regierung überproportional hart
Einkommensschwache Haushalte in den Philippinen tragen die Hauptlast der Inflationskrisen unter der Präsidentschaft von Ferdinand Marcos Jr. Experten warnten bei einem Forum zum Zustand der Präsidentschaft (SOP 2026) in Quezon City, dass rein wirtschaftliche Klassifizierungen die harte Realität der Bevölkerung oft verschleiern.
Professor Emmanuel Leyco, Präsident und Chefökonom von Credit Rating Investors’ Services Philippines (CRISP), legte Daten vor, die die ungleiche Verteilung der Teuerungsraten belegen. Während die allgemeine Inflationsrate im Januar 2023 bei 8,7 Prozent und im April 2026 bei 7,2 Prozent lag, war die Belastung für die ärmsten Haushalte mit 9,7 Prozent bzw. 8,5 Prozent deutlich höher. Leyco betonte, dass der Status des Landes als Volkswirtschaft mit mittlerem Einkommen die tatsächlichen Lebensbedingungen der Menschen nicht vollständig widerspiegle.
Ein wesentlicher Treiber der Krise waren die Energiepreise. Diesel stieg auf etwa 130 Pesos pro Liter, während Benzin rund 100 Pesos kostete. Laut Leyco besteht für etwa 3,1 Millionen Filipinos das Risiko, aufgrund des Energiepreisschocks in die Armut abzurutschen. Er kritisierte zudem, dass die durchschnittliche Kraftstoffsubvention für öffentliche Nutzfahrzeuge lediglich 247 Pesos pro Woche betrage.
Neben der Inflation äußerte Leyco auch Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten. Obwohl die Philippinen ihren Status als investitionswürdig beibehalten haben, haben internationale Ratingagenturen ihren Ausblick nach unten korrigiert. Er bezeichnete dies als ein Zeichen dafür, dass die wirtschaftliche Vergangenheit zwar Erfolge feierte, die aktuelle Regierungsführung jedoch die Zukunftsaussichten beeinträchtige. Er forderte die Regierung auf, Rechenschaftspflicht zu respektieren und offizielle Aussagen durch präzise Daten zu stützen.
Auch die Außenpolitik der Administration stand unter Beobachtung. Bobby Tuazon, stellvertretender Vorsitzender des Center for People Empowerment in Governance (CenPeg), thematisierte die vertiefte Verteidigungskooperation mit den USA, insbesondere die Erweiterung der Standorte im Rahmen des EDCA von fünf auf neun Orte. Tuazon hinterfragte die tatsächliche Unabhängigkeit der philippinischen Außenpolitik und äußerte die Sorge, dass eine engere militärische Bindung an Washington die Risiken bei Spannungen zwischen den USA und China erhöhen könnte.