Experte warnt vor Streichung der Systemverlust-Gebühren bei Stromrechnungen
EditDie vollständige Abschaffung der Systemverlust-Gebühren auf Stromrechnungen sowie der darauf anfallenden Mehrwertsteuer wird von ökonomischen Experten als Fehlentscheidung bewertet. Alex Escucha, Präsident des Institute for Economic Development and Econometric Analysis (IDEA), äußerte sich am Montag in einem Interview mit der Sendung „Morning Matters“ auf One News kritisch zu diesem Vorhaben.
Escucha bezeichnete den Vorschlag, diese Gebühren ersatzlos zu streichen, als eine sehr populistische Maßnahme, die zwar beim Publikum attraktiv wirken mag, jedoch eine fundierte Untersuchung erfordere. Er stellte dabei klar, dass Präsident Ferdinand Marcos Jr. nicht explizit die Abschaffung der Gebühren gefordert habe. Vielmehr habe der Präsident eine Überprüfung des Electric Power Industry Reform Act (EPIRA) verlangt, was Escucha als den korrekten Schritt bezeichnete.
Anstatt die Gebühren komplett zu entfernen, plädierte der IDEA-Präsident für ein Modell, bei dem Versorgungsunternehmen nur jene Systemverluste auf die Verbraucher umlegen dürfen, die innerhalb eines festgelegten Grenzwerts liegen. Alle Verluste, die diesen Benchmark überschreiten, müssten von den Unternehmen selbst getragen werden. Dies würde einen direkten Anreiz schaffen, die Effizienz zu steigern, da die Unternehmen nicht länger für Ineffizienz belohnt würden, indem sie diese Kosten einfach weitergeben können.
Systemverluste setzen sich laut Escucha aus zwei Komponenten zusammen: technischen und nicht-technischen Verlusten. Die technische Komponente umfasst die physischen Verluste, die während des Stromtransports zum Verbraucher entstehen. Hierfür hat die Energy Regulatory Commission (ERC) eine Grenze von 3,75 % festgelegt. Die nicht-technischen Verluste resultieren aus illegalen Anschlüssen, sogenannten Jumpern oder ähnlichen Ursachen. Für Genossenschaften liegt die Grenze für diese nicht-technischen Verluste bei 4,5 %, was eine Gesamtobergrenze von 8,25 % ergibt.
Ein Vergleich der eigenen Meralco-Stromrechnungen aus dem Oktober des Vorjahres und dem Juli dieses Jahres zeigte laut Escucha einen Systemverlust von 5,69 % sowie eine Mehrwertsteuer von 10,08 %. Er betonte, dass das Meralco-Franchise im globalen Vergleich bereits relativ effizient arbeite. Problematisch seien hingegen die 121 elektrischen Genossenschaften außerhalb des Meralco-Bereichs, die von der National Electrification Administration (NEA) beaufsichtigt werden. Während einige dieser Genossenschaften effizient genug arbeiten, um die 8,25 %-Grenze einzuhalten, melden andere Verluste zwischen 16 % und 39 %. Dies deute darauf hin, dass diese Unternehmen entweder existenzielle Schwierigkeiten haben oder sehr schlecht geführt werden und daher einer genauen Prüfung bedürfen.
Escucha gab an, dass Verteilungsunternehmen auch ohne die vollständige Übernahme der Systemverlust-Gebühren durch die Kunden überleben könnten, sofern sie angemessen reguliert werden. Er schlug vor, sich an internationalen Praktiken aus Ländern wie Deutschland, Belgien oder Schweden zu orientieren und die erstattungsfähigen Systemverluste auf etwa 4 % bis 5 % festzulegen. Er wies zudem darauf hin, dass die Genossenschaften, die im Gegensatz zu Meralco keine Unternehmen sind, von der NEA beaufsichtigt werden. Diese erhielten im Zeitraum von 2022 bis 2026 eine NEA-Subvention in Höhe von insgesamt 13,82 Milliarden PHP, was einem jährlichen Durchschnitt von 2,76 Milliarden PHP entspricht.





