Wirtschaft: Landesweit

Energiegespräche mit China schreiten trotz Spannungen im Südchinesischen Meer voran

Trotz der anhaltenden Konflikte um die Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer gibt es Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den Philippinen und China über mögliche gemeinsame Projekte zur Exploration von Energie Ressourcen. Präsident Ferdinand Marcos Jr. erklärte am Freitag, dass die Diskussionen über eine potenzielle Öl- und Gasförderung voranschreiten.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
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Die aktuelle globale Lage hat der Notwendigkeit solcher Abkommen zusätzliche Dringlichkeit verliehen. Da die Philippinen stark von Importen abhängig sind, führten die Konflikte im Nahen Osten zu einem massiven Anstieg der Kraftstoffpreise. Dies hat die Inflation befeuert und das Wirtschaftswachstum belastet, welches zuletzt auf das schwächste Niveau seit Jahren sank. Marcos, der bereits im März einen nationalen Energie-Notstand ausgerufen hatte, betonte gegenüber dem Verband der ausländischen Korrespondenten, dass das Land dringend zusätzliche Öl- und Gasvorräte benötigt und alle verfügbaren Möglichkeiten prüfen müsse.

Der Präsident äußerte sich zuversichtlich, dass eine Einigung noch vor dem Ende seiner Amtszeit in zwei Jahren erzielt werden könnte. Er wies darauf hin, dass man gemeinsame Operationen im Westphilippinischen Meer sowie an anderen Orten anstrebe. Laut Marcos vermittle der Eindruck der beteiligten Parteien, dass alle ein Interesse am Erfolg der Gespräche hätten, was ein positives Zeichen sei. Er fügte hinzu, dass man die Diskussionen gar nicht erst führen würde, wenn nicht das Ziel einer tatsächlichen gemeinsamen Operation verfolgt werden.

Die diplomatische Entwicklung zur Energiekooperation ist von einem wechselvollen Verlauf geprägt. Im Jahr 2022 ordnete der ehemalige Präsident Rodrigo Duterte das Ende der Verhandlungen über ein gemeinsames Energieprojekt im Südchinesischen Meer an. Erst nach einem bilateralen Treffen zwischen Marcos und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Jahr 2023 wurden die Gespräche wieder aufgenommen. Das Außenministerium in Manila hatte bereits im März angekündigt, dass erste erste Austauschprozesse bezüglich einer potenziellen Zusammenarbeit bei Öl und Gas begonnen haben.

Diese Bemühungen finden vor einem schwierigen geopolitischen Hintergrund statt. China beansprucht den Großteil des Südchinesischen Meeres für sich, obwohl ein internationales Urteil festgestellt hat, dass diese Ansprüche keine rechtliche Grundlage besitzen. Zudem kam es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen der chinesischen Küstenwache und philippinischen Kräften, was die Sorge vor einem bewaffneten Konflikt schürt. Im vergangenen Monat wurden nach einem Zusammenstoß an einem Riff sogar die jeweiligen Botschafter einberufen.