Das Erbe von Jose Rizal: Ein Aufruf zum gesellschaftlichen Engagement
Anlässlich des 165. Jahrestages des philippinischen Nationalhelden Jose Rizal wird die Bedeutung seines Lebenswerkes und seiner Einstellung zum Tod erneut thematisiert. In einem Essay auf dem Portal Rappler wird die Frage aufgeworfen, wie man sein Leben sinnvoll gestalten kann, bevor man das Alter von 35 Jahren erreicht, das Alter, in dem Rizal im Jahr 1896 hingerichtet wurde.
Der Historiker Ambeth Ocampo wies in einer Konferenz im Juni darauf hin, dass Rizal bereits Jahre vor seiner Hinrichtung bereit war, sein Leben zu geben. Diese Haltung lässt sich philosophisch einordnen: Während der Begriff „Thanatos“ den destruktiven Todestrieb beschreibt, wird Rizals Handeln eher dem „Eros“, dem Lebensdrang, zugeordnet. Sein Einsatz für die philippinische Identität, seine wissenschaftliche Arbeit sowie sein Kampf gegen Vorurteile und Diskriminierung zeugen von einer tiefen Leidenschaft für sein Land.
Ein Brief an Marcelo H. del Pilar aus dem Jahr 1890 untermauert Rizals Vorbereitung auf sein Ende. Darin schrieb er, dass er sich bereits auf den Tod vorbereite und seine Angelegenheiten ordne, ungeachtet seiner körperlichen Verfassung. Diese Akzeptanz der eigenen Sterblichkeit, oft als „Memento Mori“ bezeichnet, diente ihm offenbar als Antrieb, für das Gemeinwohl wirksam zu werden.
Aus diesem Erbe leitet der Autor den Begriff „Ganang Rizal“ ab. Dieser soll als Leitbild für eine positive Lebensenergie dienen, die Menschen dazu motiviert, sich für die Gesellschaft einzusetzen, zu organisieren, zu heilen oder Veränderungen herbeizuführen. Das Ziel ist es, das Leben zum Wohle des Vaterlandes zu führen und die eigene Existenz durch Taten für die Gemeinschaft wertvoll zu machen.
Quellen
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