Cebu stärkt Position im medizinischen Tourismus durch Investitionen
EditDie Provinz Cebu festigt ihre Rolle als bedeutendes Zentrum für medizinischen Tourismus in der Visayas-Region. Während private Gesundheitsdienstleister ihre spezialisierten Angebote ausbauen, arbeitet die Regierung der Philippinen daran, das Land als regionales Gesundheitszentrum zu etablieren.
Das philippinische Tourismusministerium (Department of Tourism, DOT) verfolgt das Ziel, die Gesundheits- und Wellnessbranche bis zum Jahr 2030 auf ein Volumen von 16,3 Milliarden US-Dollar auszubauen. Im Jahr 2024 erwirtschaftete dieser Sektor bereits geschätzte 5,5 Milliarden US-Dollar an Einnahmen. Davon entfielen 1,26 Milliarden US-Dollar, was etwa 23 Prozent der Gesamteinnahmen entspricht, auf den medizinischen Tourismus. Damit belegt die Philippinen weltweit den 20. Platz und ist das drittgrößte Ziel für medizinischen Tourismus in Südostasien.
Laut Dr. Paulo Tugbang, Direktor für Gesundheits- und Wellness-Tourismus beim DOT, wird für den medizinischen Tourismus eine jährliche Wachstumsrate von 12,2 Prozent erwartet. Bis zum Jahr 2034 könnte der Markt ein Volumen von 4 bis 5 Milliarden US-Dollar erreichen und jährlich rund 200.000 internationale Patienten anziehen. Zu den am häufigsten in Anspruch genommenen Leistungen gehören ästhetische Chirurgie (35 Prozent), Kardiologie und Onkologie, während die In-vitro-Fertilisation das am schnellsten wachsende Segment darstellt.
Ein Beispiel für die lokale Expansion ist das Singapore Cancer Center Inc. (SCCI), das seine onkologischen Dienste im AppleOne Medical Arts Building erweitert hat. Durch neue Einheiten für Infusionen, ambulante Behandlungen sowie ein molekulares Labor bietet das Zentrum spezialisierte Diagnostik und Therapie an. Dr. Ellie May Villegas, Vorsitzende des SCCI, erklärte, dass Patienten aus der Visayas-Region und Teilen von Mindanao dadurch nicht mehr für Behandlungen nach Metro Manila oder ins Ausland reisen müssen. Zudem arbeitet das Zentrum mit dem Roche Access Program zusammen, um qualifizierten Patienten den Zugang zu bestimmten Krebsmedikamenten zu erleichtern und die Behandlungskosten zu senken.
Neben der spezialisierten Versorgung bietet der Standort Cebu Vorteile durch die bestehende Tourismusinfrastruktur, den internationalen Flughafen und wettbewerbsfähige Preise. So kostet beispielsweise eine Bypass-Operation am Herzen auf den Philippinen zwischen 17.000 und 19.000 US-Dollar, während die Kosten in den USA bei etwa 100.000 US-Dollar liegen können. Um die Versorgung auch in entlegenen Gebieten zu verbessern, unterstützt die Regierung den Gesundheitssektor mit einem 1,3 Milliarden Pesos schweren Programm zur Modernisierung von 16 Provinz- und Distriktkrankenhäusern sowie zur Entsendung von medizinischem Personal.



