Bildungskrise und Wachstumsstörungen: EDCOM2 kritisiert fehlende Pläne in SONA 2026
EditDie zweite Kongresskommission für Bildung (EDCOM2) hat in ihrer Reaktion auf die fünfte Lagebericht-Rede (State of the Nation Address, SONA) von Präsident Ferdinand Marcos Jr. kritisiert, dass konkrete Strategien zur Bewältigung der Bildungskrise und der steigenden Rate an Wachstumsstörungen bei Kindern fehlen.
Zwar begrüßte die Kommission die fortgesetzte Priorisierung des Bildungssektors durch den Präsidenten sowie die verbesserte Karriereentwicklung für Lehrkräfte und den Fokus auf die technische Berufsbildung, doch bleiben zentrale Probleme ungelöst. Karol Mark Yee, Exekutivdirektor der EDCOM2, wies in einem Interview mit Balitanghali darauf hin, dass die Rede keine ausreichenden Richtlinien zur Bekämpfung der Analphabetenrate enthielt.
Die Dringlichkeit wird durch aktuelle Daten des Bildungsministeriums untermauert: Im Februar wurden bei 88 Prozent der Schüler der 11. Klasse erhebliche Schwierigkeiten beim Lesen festgestellt; sie konnten das für ihre Jahrgangsstufe erwartete Niveau nicht erreichen. Yee betonte, dass die Richtung und die Dringlichkeit zur Unterstützung dieser Schüler noch unklar seien.
Ein weiteres kritisches Thema ist die Ernährungssituation der Kinder. Obwohl die Erweiterung des schulbasierten Ernährungsprogramms positiv bewertet wurde, mahnte Yee, dass die Wachstumsstörungen (Stunting) bei Kleinkindern mehr Aufmerksamkeit erfordern. Die Rate der Wachstumsstörungen sei auf 25 Prozent gestiegen. Besonders kritisch sei die Phase der ersten 1.000 Tage ab der Geburt bis zum Alter von zwei Jahren, da die dadurch verursachten Schäden an der kognitiven Entwicklung irreversibel seien.
Hinsichtlich der Arbeitsbelastung von Lehrkräften wurden zwar Fortschritte erzielt, etwa durch die Reduzierung der erforderlichen Schulformulare von 174 auf 75 und die Zuweisung eines Verwaltungsmitarbeiters pro Schule -, doch reiche dies für große Schulen bei weitem nicht aus. Der enorme Papierkram verhindere weiterhin, dass sich Lehrkräfte voll auf den Unterricht konzentrieren können.
Zudem forderte die EDCOM2, dass das Gesundheitsministerium (DOH) als Vorsitzender des Nationalen Ernährungsrates die Umsetzung der Gesetze gegen Wachstumsstörungen vorantreiben müsse. Es gebe weiterhin Unklarheiten bei der Beschaffung, der Finanzierung und der Identifizierung der Begünstigten, da die Zuständigkeiten für den Einkauf und die Verteilung der Hilfsgüter an Kinder und Eltern ungeklärt seien.





