Beschleunigte Genehmigungsverfahren für Mobilfunkmasten auf den Philippinen
Die Behörde zur Bekämpfung von Bürokratie (Anti-Red Tape Authority, ARTA) hat bekannt gegeben, dass sich die Bearbeitungszeit für Genehmigungen von Mobilfunkmasten drastisch verkürzt hat. Laut ARTA-Sekretär Ernesto Perez sank der Zeitaufwand von zuvor 241 Tagen auf lediglich 16 Tage. Diese Reformen sollen den Ausbau des digitalen Netzwerks im Land beschleunigen.
Die Effizienzsteigerung wurde durch eine Straffung der Prozesse erreicht. Die Anzahl der benötigten Dokumente wurde von 86 auf 35 reduziert, während die erforderliche Zahl der Genehmigungen von 13 auf 8 sank. Grundlage für diese Entwicklungen waren unter anderem ein gemeinsamer Erlass aus dem Jahr 2020 zur Vereinfachung von Genehmigungen für passive Telekommunikationsinfrastruktur sowie die Exekutivverordnung Nr. 32 aus dem Jahr 2023. Letztere verpflichtet Städte dazu, zentrale Anlaufstellen für Bauanträge einzurichten und redundante Freigaben zu eliminieren.
Diese Maßnahmen zeigen Wirkung bei den Antragszahlen: Die Anzahl der genehmigten Turmanwendungen stieg von 6.117 im Jahr 2022 auf 10.465 im Jahr 2025. Maida Bruce, Finanz- und Risikochefin bei Philtower und Mitglied der neu gegründeten Independent Tower Companies Association of the Philippines (ITCAP), berichtete zudem, dass die Gesamtzahl der Mobilfunkmasten auf dem Land von 16.300 im Jahr 2017 auf aktuell 37.457 gestiegen ist.
Trotz des Wachstums sieht die Branche noch Nachholbedarf. Laut Bruce hinkt die Philippinen bei der Anzahl der Masten und der Anzahl der pro Mast versorgten Personen hinter Ländern wie Malaysia, Thailand, Vietnam und Indonesien hinterher, was zu Netzüberlastungen führen kann. Ein positiver Aspekt bleibt jedoch die mobile Internetgeschwindigkeit, die mit durchschnittlich 34 Mbps über der von Indonesien liegt.
Finanzielle Investitionen stützen den Ausbau. ITCAP-Sprecher Calvin Parpan gab an, dass unabhängige Turmunternehmen bereits rund 200 Milliarden Pesos investiert haben. Für die nächsten zwei bis drei Jahre werden weitere Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Pesos erwartet. Die neu gegründete ITCAP, der neun Unternehmen angehören, soll die Zusammenarbeit zwischen der Industrie, der Regierung und den lokalen Behörden stärken.
Herausforderungen bestehen weiterhin auf lokaler Ebene. Analiza Bonagua vom Büro für die Entwicklung der lokalen Regierung (DILG-BLGD) wies darauf hin, dass einige Gemeinden den Bau neuer Masten aufgrund von Gesundheitsbedenken weiterhin ablehnen. Sie betonte die Notwendigkeit von Aufklärungskampagnen durch die Kommunalverwaltungen, um Ängste abzubauen und die Vorteile der Infrastruktur zu kommunizieren.