Arbeitsminister fordert Mindestlohn für Gig-Worker
Der philippinische Arbeitsminister Francis Tolentino hat sich dafür ausgesprochen, dass Beschäftigte in der sogenannten Gig-Economy Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn haben sollten. Bei einem Medienforum in Manila am Donnerstag, den 23. Juli 2026, betonte Tolentino, dass diese Arbeitskräfte wie reguläre Angestellte mit festen Arbeitgebern behandelt werden müssten.
Konkret sollen Gig-Worker durch die von den regionalen Gremien für Löhne und Produktivität (Regional Tripartite Wages and Productivity Boards, RTWPB) festgelegten Mindestlohnsätze abgesichert werden. Zu diesen Arbeitskräften zählen Personen in temporären, vertraglichen oder freiberuflichen Beschäftigungsverhältnissen, die auf Abruf Dienstleistungen oder Waren erbringen. Beispiele hierfür sind Fahrer von Ride-Sharing-Diensten, Essenslieferanten, Nachhilfelehrer, Programmierer oder Texter.
Trotz der Forderung räumte der Minister ein, dass die Umsetzung aufgrund der fehlenden Regulierung der Branche schwierig sei. Die Gig-Economy sei komplex und es gebe derzeit noch keine einheitlichen Standards. Er rief insbesondere Lieferfahrer, die keinen Mindestlohn erhielten, dazu auf, sich an das Arbeitsministerium zu wenden.
Zusätzlich forderte Tolentino private Unternehmen auf, Lohnverzerrungen innerhalb ihrer Betriebe zu korrigieren. Dies folgt auf die jüngste Lohnverordnung des RTWPB für die Region der Hauptstadt (National Capital Region, NCR). Eine Lohnverzerrung entsteht, wenn durch gesetzliche Mindestlohnerhöhungen die Gehaltsunterschiede zwischen verschiedenen Mitarbeitergruppen innerhalb eines Unternehmens stark schrumpfen.
Der Minister erklärte, dass Unternehmen selbst dafür verantwortlich seien, die Löhne derjenigen anzupassen, die nicht direkt vom Mindestlohn betroffen sind. Er verwies darauf, dass die Anpassung der Gehälter für erfahrene Mitarbeiter im Vergleich zu Neulingen eine Verhandlungssache zwischen Management und Belegschaft sei, da dies dem freien Markt unterliege.
Quellen
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