Arbeitsgruppen in Cebu fordern Schutzmaßnahmen für BPO-Mitarbeiter
EditIm Vorfeld der bevorstehenden Ansprache des Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) haben Arbeitsgruppen in Cebu eine alternative Plattform namens „People’s Sona“ ins Leben gerufen. Die Initiative, angeführt von der BPO-Arbeitnehmervereinigung Bien Cebu und der Arbeiterkoalition Sanlakas, soll die prekären Arbeitsbedingungen in der Business Process Outsourcing-Branche (BPO) öffentlich machen.
Kyle Enero, Präsident von Bien Cebu und Vertreter des BPO-Sektors, kritisierte die Diskrepanz zwischen den wirtschaftlichen Erfolgsmeldungen der Regierung und der Realität der Beschäftigten. Während die Branche im Jahr 2025 Rekordumsätze von 40 Milliarden US-Dollar erzielte und damit sogar die Devisenüberweisungen von OFWs übertraf, sieht Enero die Belastungen einseitig bei den Arbeitnehmern. Er betonte, dass dieses Wachstum auf der harten Arbeit der Beschäftigten basiere, die jedoch unzureichend geschützt und unterbezahlt seien.
Zu den zentralen Forderungen der Gruppen gehört die sofortige Verabschiedung der „Magna Carta for BPO Workers“. Dieses Gesetz soll den Arbeitsschutz modernisieren und einen verbindlichen monatlichen Einstiegslohn von 36.000 Pesos festlegen, um eine existenzsichernde Vergütung zu gewährleisten. Zudem forderten die Aktivisten, dass die Regierung gegen Unternehmen vorgeht, die gesetzlich vorgeschriebene Sozialversicherungsbeiträge für SSS, PhilHealth und Pag-IBIG nicht abführen.
Ein weiteres dringliches Thema ist die durch künstliche Intelligenz (KI) verursachte Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt. Enero wies darauf hin, dass die Integration von KI-Technologien in den Kundenservice bereits zu massiven Entlassungen geführt habe. Viele Beschäftigte befänden sich zudem in einem langwierigen, unbezahlten sogenannten „Floating Status“, nachdem Kundenaufträge plötzlich weggefallen seien. Die Verbände appellierten an Präsident Marcos, in seiner Rede nicht nur die wirtschaftlichen Kennzahlen zu feiern, sondern konkrete Pläne zum Schutz der Arbeitsplätze und zur sozialen Absicherung vor dem technologischen Wandel vorzustellen.



