Abfallmanagement als zentrale Herausforderung für philippinische Städte
In Städten wie Davao, Cagayan de Oro, General Santos, Zamboanga, Butuan, Tagum, Koronadal und Iligan stellt sich die dringende Frage, ob die Verwaltungssysteme mit dem rasanten Wachstum der Städte Schritt halten können. Die Abfallentsorgung entwickelt sich hier zu einer komplexen Herausforderung für den Klimaschutz, die öffentlichen Finanzen und die Hochwasserprävention.
Die Weltbank warnt eindringlich davor, dass die Abfallentsorgung auf den Philippinen längst kein reines Sanitärproblem mehr darstellt. Obwohl der gesetzliche Rahmen durch den Republic Act 9003 bereits existiert, klafft zwischen der Gesetzgebung und der Realität vor Ort eine große Lücke. Die lokale Gesetzgebung schreibt vor, dass Kommunen zehnjährige Abfallmanagementpläne erstellen, Einrichtungen zur Materialrückgewinnung (MRFs) einrichten sowie Recycling und Kompostierung fördern müssen.
Das DENR berichtete für das Jahr 2025 zwar über verbesserte Compliance-Werte, doch scheitert die Umsetzung oft schon an der Müllabfuhr auf Ebene der Barangays. Wenn Abfälle nicht konsequent getrennt gesammelt werden, kollabieren nachgelagerte Prozesse wie Kompostierung und Recycling. Besonders in der Region Mindanao besteht ein großes Potenzial für die Kompostierung, da organische Abfälle aus Märkten und der Landwirtschaft einen Großteil des Müllaufkommens ausmachen.
Während das Recycling durch das Gesetz zur erweiterten Produzentenverantwortung (Extended Producer Responsibility) voranschreitet, betont das DENR die Notwendigkeit, informelle Abfallarbeiter in die formalen Recyclingketten einzubinden. Ziel ist es, dass die bisherigen Akteure wie Müllsammler und Schrotthändler nicht durch die zunehmende Formalisierung der Branche verdrängt werden. Auch die Kapazitäten der Deponien stoßen an ihre Grenzen.
In Davao City wurde 2025 der zehnjährige Abfallmanagementplan national validiert, um dem enormen Druck durch das Stadtwachstum zu begegnen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Methanrückgewinnung, um die Klimawirkung von Deponien zu reduzieren. In Monkayo (Davao de Oro) wird beispielsweise ein Projekt zur Energiegewinnung aus Abfällen (Waste-to-Energy) geprüft, das Methan einfangen und in erneuerbare Energie umwandeln soll. Zudem legten koreanische Investoren im Januar 2026 einen Vorschlag für eine Machbarkeitsstudie zu einer Biogasanlage auf der Deponie von Davao City vor.
Experten mahnen jedoch, dass solche Technologien kein Ersatz für die grundlegende Mülltrennung und das Recycling sein dürfen.
Quellen
Dieser Beitrag wurde auf Grundlage der unten verlinkten Quellen und Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.