Vorwürfe gegen Vizepräsidentin Sara Duterte: 817 Millionen Pesos nicht deklarierte Vermögenswerte
EditZwischen 2022 und 2025 sollen nicht deklarierte Vermögenswerte und Einkünfte in Höhe von insgesamt 817 Millionen Pesos existieren. Diese Summe ist so erheblich, dass Kritiker von einem vorsätzlichen Verschweigen und nicht von einem bloßen administrativen Fehler ausgehen. Gegen die philippinische Vizepräsidentin Sara Duterte stehen daher schwere Vorwürfe im Raum.
Im Zentrum der Untersuchungen stehen Unregelmäßigkeiten bei der Erklärung der Vermögensverhältnisse in der sogenannten Statement of Assets, Liabilities, and Net Worth (SALN). Ein besonderer Fokus liegt dabei auf 19 Versicherungspolicen, die von Mans Carpio, dem Ehemann der Vizepräsidentin, abgeschlossen wurden. Davon sollen 17 dieser Policen nicht in der SALN von Sara Duterte aufgeführt worden sein. Kritiker hinterfragen in diesem Zusammenhang, ob Carpio die Risikobereitschaft seiner Frau monetarisiert oder ob er über Informationen verfügt, die der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Zudem gibt es Unklarheiten über gemeinsame Bankkonten bei der Bank of the Philippine Islands (BPI) in der Filiale Julia Vargas in Pasig, von denen die Vizepräsidentin laut ihrer Verteidigung nichts gewusst habe. Dabei wird darauf hingewiesen, dass nach dem Prinzip des gemeinschaftlichen Eigentums (absolute community property) Vermögenswerte des Ehepaars ohne Ehevertrag als gemeinschaftliches Eigentum gelten und in der SALN der Ehefrau deklariert werden müssten.
Die geschäftlichen Aktivitäten von Unternehmen im Umfeld der Familie werden ebenfalls hinterfragt. Die Cale88 Foods Corp., ein Unternehmen für Bananenchips, meldete im Zeitraum von 2021 bis 2025 einen Umsatz von 208 Millionen Pesos. Kritiker weisen darauf hin, dass das Unternehmen in den Jahren 2023 und 2024 keinerlei Angestellte vorweisen konnte und erst 2025 über zwei Mitarbeiter verfügte. Die Senatoren Sonny Trillanes und Risa Hontiveros erhoben den Vorwurf, dass etwa 319 Millionen Pesos von der chinesischen Regierung sowie chinesischen Unternehmen an Cale88 geflossen sein könnten, was die Frage aufwirft, ob ausländische Mächte die Quelle dieses ungeklärten Vermögens sind.
Die Verteidigung von Sara Duterte hat in diesem Zusammenhang sowohl ihren Ehemann Mans Carpio als auch ihren Vater, den ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte, entlastet. Sie gab an, nicht über die zahlreichen Versicherungspolicen ihres Mannes informiert gewesen zu sein und auch keine Kenntnis über die gemeinsamen Bankkonten mit ihrem Vater gehabt zu haben.
Die Vorwürfe der Undurchsichtigkeit bei den Finanzen treffen den Kern des öffentlichen Vertrauens. Während die rechtliche Schwelle für Plünderung (Plunder) bei 50 Millionen Pesos liegt, übersteigt der fragliche Betrag von 817 Millionen Pesos diese Grenze bei weitem. Die Debatte wirft Fragen nach der Transparenz und Rechenschaftspflicht hochrangiger Amtsträger auf, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Vizepräsidentin als Juristin die Bedeutung der SALN-Einreichungen kennen müsste. In der Vergangenheit führte die mangelnde Einreichung von SALNs bereits zum Amtsverlust der ehemaligen Chief Justice Maria Lourdes Sereno. Die aktuelle Kontroverse belastet zudem das Vertrauen der 32,2 Millionen Wähler, die Sara Duterte bei der Wahl 2022 unterstützten, und stellt das Image der Vizepräsidentin als einfache Person infrage.






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