Vorwürfe der Korruption im philippinischen Haushalt: Kritik an Budget-Änderungen im Repräsentantenhaus
EditDie Debatte um die Korruption bei Hochwasserschutzprojekten auf den Philippinen hat eine neue Dynamik erhalten. Während Präsident Ferdinand Marcos Jr. bereits im Juli 2025 in seiner Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address) mit ungewöhnlich scharfen Worten gegen die Gier von Abgeordneten wetterte und sie aufforderte, sich vor ihrem Mitbürger zu schämen, werfen Budget-Wächter dem Repräsentantenhaus nun vor, den Entwurf für den nationalen Haushalt 2027 noch undurchsichtiger gestaltet zu haben. Marcos hatte zuvor Korruption in Form von Schmiergeldern, Gebühren und standardisierten unlauteren Verfahren bei Hochwasserschutzprojekten verurteilt.
Nach Angaben der People’s Budget Coalition und des Roundtable for Inclusive Development nutzt das Repräsentantenhaus neue Verfahren, um politische Patronage zu fördern. Zwar wurde im Vorjahr unter öffentlichem Druck der sogenannte „Small Committee“, der den Haushalt hinter verschlossenen Türen finalisierte, abgeschafft, doch wurde dieser durch ein „Unterkomitee zur Überprüfung von Budgetänderungen“ ersetzt. In einer viereinhalbstündigen Sitzung ohne Debatte oder Einwände genehmigte dieses Gremium zusätzliche Zuweisungen in Höhe von 116,3 Milliarden Pesos. Unabhängige Berechnungen der People’s Budget Coalition beziffern das tatsächliche Ausmaß der parlamentarischen Änderungen jedoch auf 198,9 Milliarden Pesos.
Die Änderungen im Budgetplan umfassen die Aufnahme von 5.804 neuen Infrastrukturprojekten im Wert von 162 Milliarden Pesos. Im Gegenzug wurden jedoch 1.068 Projekte gestrichen und die Mittel für 206 weitere Projekte gekürzt. Zu den massiven Kürzungen gehören 130 Milliarden Pesos bei Projekten mit ausländischer Unterstützung, darunter das von der JICA finanzierte Metro-Manila-U-Bahnprojekt sowie andere Eisenbahnvorhaben. Zudem wurden 95 Milliarden Pesos aus dem Katastrophenfonds entnommen. Kritiker merken an, dass oft echte Infrastruktur wie Schienenwege gestrichen wird, während schwer überprüfbare Projekte wie Mehrzweckgebäude oder Erschließungsstraßen hinzugefügt werden.
Kritiker bemängeln zudem eine systematische Verschiebung von universellen Rechten hin zu politisch motivierten Gefälligkeiten. Während Mittel für die Gesundheitsversorgung, wie die Prämienzuschüsse der PhilHealth für arme und ältere Mitglieder, sowie 50 Milliarden Pesos für das 4Ps-Sozialprogramm gekürzt wurden, stiegen die Ausgaben für sogenannte „Hilfsprogramme“, die oft auf persönlichen Empfehlungen statt auf Rechtsansprüchen basieren, massiv an. Diese Programme wuchsen von 42,5 Milliarden Pesos im Jahr 2019 auf 188,2 Milliarden Pesos im Jahr 2026 an. Zwischen 2020 und 2026 erreichten die parlamentarischen Ergänzungen über den Regierungsvorschlag hinaus insgesamt 389 Milliarden Pesos. Im Jahr 2025 wurden die Hilfsprogramme zudem um 69,3 Milliarden Pesos erhöht.
Der Vorsitzende des Finanzausschusses des Senats, JV Ejercito, betonte, dass der Senat die vom Repräsentantenhaus verabschiedeten Entwürfe nicht einfach ungeprüft übernehmen werde. Er bezeichnete seine Position nach dem Hochwasserschutz-Skandal als eine der herausforderndsten Aufgaben. Der Senat plant, seine Anhörungen bis zum 22. Oktober abzuschließen und den Ausschussbericht bis zum 11. November vorzulegen, mit dem Ziel, den Entwurf dem Präsidenten noch vor der Weihnachtspause zur Unterzeichnung vorzulegen. Mögliche Maßnahmen des Senats umfassen die Wiederherstellung gekürzter Gesundheitsprogramme in Höhe von 45 Milliarden Pesos, eine Neubewertung der Kürzungen bei ausländischen Projekten hinsichtlich möglicher diplomatischer Folgen sowie ein Verbot von Pauschalbeträgen für Infrastruktur, die keine detaillierten Projektlisten oder Arbeitsnachweise enthalten.






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