Wirtschaft: Iloilo

Strommangel auf Panay bis 2029 befürchtet: Energieministerium entwickelt Masterplan

Auf der philippinischen Insel Panay droht bereits im Jahr 2029 ein Mangel an Grundlastkapazitäten in der Stromversorgung. Um diese Versorgungslücke zu vermeiden und die Energieversorgung abzusichern, entwickelt das nationale Energieministerium (Department of Energy, DOE) derzeit einen umfassenden Energie-Masterplan für die gesamte Insel.

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Quelle: PIA

Der geplante „Panay Energy Masterplan“ soll sowohl kurz- als auch langfristige Programme umfassen. Dabei stehen die Stromerzeugung, die Übertragung und die Verteilung sowie gezielte Maßnahmen zur Energieeffizienz im Fokus, die speziell auf die Anforderungen der Insel zugeschnitten sind. Ein wesentliches Ziel der Initiative ist es, die Zuverlässigkeit und Widerstandsfähigkeit des Teilnetzes zu stärken und die langfristige Energiesicherheit der Region Panay zu gewährleisten.

Ein zentrales Element des Plans ist die Erhöhung der Fähigkeit zum interinsularen Stromtransfer. Damit soll Panay in die Lage versetzt werden, benachbarte Teilnetze bei unvorhergesehenen Ereignissen oder Naturkatastrophen zu unterstützen. Zudem soll die Insel bei einer Trennung von anderen Teilnetzen in der Lage sein, im sogenannten „Inselmodus“ autark zu operieren und die Versorgung eigenständig aufrechtzuerhalten.

Camille Roxas, eine leitende Spezialistin der Abteilung für die Planung und Entwicklung der Stromerzeugung im Electric Power Industry Management Bureau des DOE, erläuterte die Notwendigkeit des Plans während des Visayas Power Forums am 5. August. Die Initiative wurde auf Anweisung der Energieministerin Sharon Garin ins Leben gerufen. Roxas wies darauf hin, dass Panay aufgrund seiner geografischen Lage am Ende des Übertragungsnetzes der Visayas-Region besonders anfällig für Unterbrechungen ist. Da die Insel bisher keine Verbindung zu den Netzen von Mindoro oder Luzon besitzt, können im Notfall keine Strommengen aus diesen Gebieten zugeführt werden.

Erste Studien des DOE deuten darauf hin, dass die Kapazitäten für die Grundlast in drei Jahren nicht mehr ausreichen könnten. Das Ministerium prüft daher aktuell, ob zusätzliche Anlagen zur Grundlastdeckung direkt auf der Insel errichtet werden müssen. Als eine mögliche Quelle für zusätzliche Kapazität gilt die Einheit 3 des Kraftwerks der Panay Energy Development Corp. im Stadtteil La Paz in Iloilo City, sofern deren Inbetriebnahme planmäßig erfolgt.

Bevor der Masterplan finalisiert werden kann, müssen Konsultationen und Überprüfungen durch Akteure aus den Sektoren der Stromverteilung und -übertragung stattfinden. Ein konkretes Datum für die offizielle Vorstellung steht noch nicht fest. Es wird jedoch erwartet, dass Energieministerin Garin den Plan den Gouverneuren der Insel im Rahmen einer Versammlung der League of Governors of Panay Island präsentieren wird.

Die aktuelle Energieerzeugung in der Visayas-Region setzt sich laut DOE-Daten zu 53,1 Prozent aus erneuerbaren Energien zusammen, während Kohle 33,1 Prozent und ölbasierte Quellen 13,8 Prozent ausmachen. Für den Zeitraum von 2026 bis 2031 sind im privaten Sektor bereits Projekte mit einer Kapazität von insgesamt 4.300 Megawatt fest zugesagt, die sich bereits im Bau oder in der Phase des Finanzabschlusses befinden. Weitere indikative Projekte, die sich noch in der Vorbereitungsphase befinden und deren Finanzierung noch aussteht, könnten in diesem Zeitraum theoretisch zusätzliche 30.000 Megawatt beisteuern.

Um die häufigen Stromwarnmeldungen während der Spitzenlastzeiten am Nachmittag und Abend zu beheben, hat das DOE die National Grid Corp. of the Philippines angewiesen, Verhandlungen über zusätzliche 270 Megawatt Kapazität für Hilfsdienste zu führen. Diese Dienste sind notwendig, um die Netzfrequenz und die Spannung im System stabil zu halten. Das Ministerium strebt zudem einen diversifizierteren Energiemix an, indem es Investitionen in erneuerbare Energien und Batteriespeichersysteme fördert. Eine Auktion für Erdgas soll zudem zusätzliche Kapazität für Zeiten mittlerer Nachfrage bereitstellen und die betriebliche Flexibilität erhöhen.

Zur Bekämpfung von Verzögerungen bei Genehmigungen, Grundstücksakquisitionen und regulatorischen Abläufen arbeitet das DOE an einer Straffung der Prozesse. Dies soll durch das „Energy Virtual One-Stop Shop“ sowie durch die Task Force 200 und ein Ad-hoc-Komitee für Übertragungsprojekte erreicht werden. Zudem hat das Ministerium die begrenzten und weit entfernten Anschlusspunkte für neue Kraftwerke als Hindernis für die Netzbereitschaft identifiziert. Als Lösung wird die Entwicklung eines „Smart and Green Grid Plan“ angestrebt, um ein zuverlässiges, flexibles und zukunftssicheres Übertragungssystem durch koordinierte Maßnahmen zu etablieren.