Stromknappheit in Visayas: Rote Alarmstufe nach Kapazitätsmangel
EditDas Stromnetz der Visayas-Region wurde am Donnerstag, den 13. August, zum sechsten Mal in Folge unter rote Alarmstufe gesetzt. Grund für die Einstufung war, dass die verfügbare Stromkapazität nicht ausreichte, um die prognostizierte Spitzenlast zu decken.
In einer Mitteilung der National Grid Corporation of the Philippines (NGCP) vom Morgen wurde mitgeteilt, dass die verfügbare Kapazität bei 2.283 MW lag. Dem stand eine prognostizierte Spitzenlast von 2.360 MW gegenüber, was ein Defizit von 77 MW zur Folge hatte. Die rote Alarmstufe galt für den Zeitraum von 18:00 bis 20:00 Uhr. Zuvor wurden zwischen 14:00 und 18:00 Uhr sowie von 20:00 bis 21:00 Uhr gelbe Alarmstufen ausgerufen.
Die NGCP begründete die Warnmeldungen mit der anhaltenden Nichtverfügbarkeit von drei großen Kohlekraftwerken in der Visayas-Region sowie mit verringerten Stromimporten aus Mindanao. Die geringeren Importe aus Mindanao resultierten teilweise aus geplanten Wartungsarbeiten bei der Einheit GNPower Kauswagan (GNPK) 2 und einer Notabschaltung von GNPK 1 aufgrund eines Lecks an einem Kesselrohr. Eine hohe prognostizierte Systemnachfrage trug ebenfalls zur angespannten Versorgungslage bei.
Die aktuelle Situation wird durch eine wachsende Zahl nicht verfügbarer Erzeugungseinheiten im gesamten Netz der Visayas verschärft. Daten der NGCP zufolge befinden sich derzeit 27 Kraftwerke im erzwungenen Ausfallbetrieb. Allein im August gingen sechs Einheiten offline; im Juli waren es zwei, im Juni drei und im Mai sieben. Weitere Ausfälle wurden in den Vormonaten März (ein), 2025 (drei), 2024 (zwei) und 2023 (zwei) verzeichnet, zudem gab es seit 2021 einen weiteren Ausfall. Zusätzlich arbeiten 13 Kraftwerke mit reduzierter Leistung. Diese Kombination aus erzwungenen Ausfällen und Leistungsreduzierungen führt zu einem Gesamtausfall von 903,2 MW. Eine vollständige Wiederherstellung dieser Kapazitäten würde das aktuelle Defizit von 77 MW mehr als ausgleichen können.
Ein roter Alarm wird dann ausgerufen, wenn die verfügbare Strommenge nicht ausreicht, um sowohl die Verbrauchernachfrage als auch die zur Aufrechterhaltung der Netzfrequenz erforderlichen Regulierungsreserven zu decken. Eine gelbe Alarmstufe wird hingegen verhängt, wenn die Betriebsreserve unter die notwendige Sicherheitsreserve fällt, die einen plötzlichen Ausfall der größten aktiven Erzeugungseinheit ohne direkte Auswirkungen auf die Kunden abfangen könnte.



