Wirtschaft

Stromausfälle in Visayas gefährden Elektroniksektor

Wiederkehrende Stromausfälle in der Region Visayas gefährden die Produktion der Halbleiter- und Elektronikindustrie und könnten die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Philippinen schwächen. Die Semiconductor and Electronics Industries in the Philippines Foundation Inc. (Seipi) warnte in einer Erklärung, dass eine zuverlässige Stromversorgung für die Halbleiterfertigung essenziell sei. Da die Produktionslinien kontinuierlich laufen müssen, könnten selbst kurze Unterbrechungen die Produktqualität beeinträchtigen, technische Geräte beschädigen und Lieferungen verzögern.

Aerial view of the stunning coastline and clear waters of Cebu Island in the Philippines
Symbolbild: Envato

Mehrere Mitgliedsunternehmen der Seipi, die 383 multinationale und philippinische Firmen vertritt, berichten von wiederholten Stromunterbrechungen und geplanten Lastabwürfen in den letzten Monaten. Obwohl viele Hersteller in Notstromaggregate und Maßnahmen zur Geschäftskontinuität investiert haben, führen unvorhersehbare Ausfälle weiterhin zu Störungen der Produktionspläne, höheren Betriebskosten und einer geringeren Effizienz. Dies sei besonders kritisch, da die Elektronikindustrie im Jahr 2025 mit Exporten in Höhe von 49,64 Milliarden US-Dollar der wichtigste Exportsektor des Landes war und fast 59 Prozent der gesamten Warenexporte ausmachte.

Das Energieministerium (Department of Energy, DOE) erklärte, dass die jüngsten Warnstufen im Stromnetz auf eine Kombination aus geplanten Wartungsarbeiten, ungeplanten Ausfällen in Kraftwerken sowie saisonal bedingten Rückgängen bei der Wasserkraft- und Biomasseerzeugung zurückzuführen seien. Seit dem 11. Mai 2026 verzeichnet das Stromnetz in Visayas acht aufeinanderfolgende Wochen mit gelben und roten Warnmeldungen. Grund dafür seien eine hohe Stromnachfrage sowie der Ausfall von mindestens 20 Kraftwerken. Trotz der kurzzeitigen Entspannung durch die Inbetriebnahme der PEDC-Einheit 3 am 1. Juli traten zwischen dem 6. und 17. Juli erneut Warnmeldungen aufgrund nicht verfügbarer Kohlekraftwerke und geringer Windenergieerzeugung auf.

Um die Auswirkungen zu mildern, fordert die Seipi eine bessere Kommunikation der Behörden. Frühzeitige Benachrichtigungen über Lastabwürfe würden es Fabriken ermöglichen, Notstromsysteme rechtzeitig zu aktivieren. Zudem setzt sich der Verband für das sogenannte Interruptible Load Program ein. Dieses Programm würde es Unternehmen ermöglichen, sich bei schweren Versorgungsengpässen vorübergehend vom Netz zu trennen und für den Einsatz eigener Generatoren entschädigt zu werden. Seipi-Präsident Dan Lachica betonte, dass Energiesicherheit eine gemeinsame Verantwortung sei und forderte eine engere Abstimmung zwischen der Regierung, dem Energiesektor und der Industrie.

Quellen

Dieser Beitrag wurde auf Grundlage der unten verlinkten Quellen und Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.