Wirtschaft

Schädlingsbefall in Negros: Gewerkschaft fordert direkte Finanzhilfen statt Sprühaktionen

Eine Arbeiterorganisation auf der Insel Negros fordert die Regierung auf, die teuren Sprühaktionen aus der Luft gegen den rotgestreiften Schildlausbefall (RSSI) einzustellen. Stattdessen sollen die Mittel direkt als finanzielle Unterstützung an die tausenden betroffenen Zuckerbauern und Landarbeiter ausgezahlt werden, so der National Congress of Unions in the Sugar Industry of the Philippines (NACUSIP-TUCP) in einem offenen Brief.

Congested Cityscape Of Baguio City Philippines
Symbolbild: Envato

Der SRA katastrophale Ausmaße angenommen. Insgesamt sind mehr als 78.000 Hektar Zuckerrohrplantagen in den Provinzen Negros Occidental und Negros Oriental betroffen. In Negros Occidental sind 61.242 Hektar, etwa 32,18 Prozent der gesamten Zuckerrohrfläche der Provinz, befallen, während in Negros Oriental 16.970 Hektar betroffen sind, was rund 34,7 Prozent der dortigen Flächen entspricht.

Da die Ernteverluste auf bis zu 50 Prozent geschätzt werden, warnt die Gewerkschaft vor massiven wirtschaftlichen Härten für Landarbeiter, Beschäftigte in Zuckerfabriken und Begünstigte der Agrarreform. Roland de la Cruz, Präsident des NACUSIP-TUCP, betonte, dass die Wirksamkeit der staatlichen Reaktion davon abhänge, wie die Notfallgelder verwendet werden. Er forderte die Behörden auf, bürokratische Hürden zu vermeiden und die Gelder direkt an die Menschen zu leiten, die direkt auf den Feldern arbeiten.

Die Gewerkschaft kritisierte zudem die chemischen Sprühaktionen per Flugzeug und Drohne der SRA als ineffektiv. Da sich die Schädlinge auf der Unterseite der Blätter ansiedeln und vermehren, erreiche das Spritzmittel aus der Luft meist nur die oberen Pflanzenteile, während die Insekten überleben und sich weiter verbreiten. Zwar habe das Sprühen im Jahr 2025 die Ausbreitung nach dem ersten Auftreten im Jahr 2024 vorübergehend verlangsamt, doch die aktuelle Lage zeige, dass dies keine langfristige Lösung sei.

Der NACUSIP-TUCP lobte zwar die Maßnahmen der Gouverneure, Eugenio Jose Lacson (Negros Occidental) und Manuel Sagarbarria (Negros Oriental), die jeweils Notstandsfonds bzw. Taskforces eingerichtet haben, drängte jedoch auf eine Umverteilung der Mittel. Anstatt in kostspielige Luftsprühungen zu investieren, sollten die Gelder in direkte Erntebeihilfen sowie in wissenschaftlich fundierte und umweltfreundliche Methoden zur Schädlingsbekämpfung, wie etwa biologische Kontrollmaßnahmen oder gezieltes Sprühen am Boden, fließen.

Quellen