Philippinische Zentralbank prüft Gebühren der E-Wallets GCash und Maya
Die philippinische Zentralbank (Bangko Sentral ng Pilipinas, BSP) untersucht derzeit die Gebührenstrukturen der führenden E-Wallet-Anbieter GCash und Maya. Hintergrund ist die Forderung der Aufsichtsbehörde nach einer Vereinheitlichung der Überweisungsgebühren im Finanzsystem, nachdem viele traditionelle Banken ihre Kosten für InstaPay-Transfers bereits auf null gesenkt haben.
Während große Institute wie BDO, BPI, Metrobank und Landbank mittlerweile kostenlose Überweisungen anbieten und damit etwa 90 Prozent des Transaktionsvolumens abdecken, erheben GCash und Maya weiterhin eine Gebühr von 10 Pesos für Überweisungen an andere Banken oder Wallets. Zuvor hatten beide Anbieter ihre Gebühren jeweils Anfang Juli von 15 Pesos auf 10 Pesos reduziert.
Mamerto Tangonan, stellvertretender Gouverneur der BSP, erklärte am Montag, 20. Juli, dass die Anbieter bereits detaillierte Aufstellungen der Kosten eingereicht haben, die nun von der Zentralbank geprüft werden. Sollten die Unternehmen nachweisen können, dass die Gebühren direkt mit den Kosten für die Transaktionsabwicklung zusammenhängen, werde die Behörde dies akzeptieren. Tangonan betonte jedoch, dass die E-Wallets die geltenden Rundschreiben einhalten müssen.
Ein zeitnahes Ergebnis sei jedoch nicht zu erwarten. Der stellvertretende Gouverneur verwies auf die Notwendigkeit eines fairen Verfahrens und eines umfassenden Informationsaustausches. Er warnte zudem vor regulatorischer Arbitrage, bei der Unternehmen versuchen könnten, ihre Strukturen so zu gestalten, dass sie von weniger strengen Regeln profitieren. Ziel der BSP sei es, die Interoperabilität des gesamten Finanznetzwerks zu schützen.
Die Zentralbank sieht zudem alternative Wege für die Erzielung von Umsätzen durch die E-Wallet-Anbieter. Da sich die Apps über reine Geldtransfers hinaus zu Plattformen für Kredite, Sparkonten und Händlerdienstleistungen entwickelt haben, könnten die Anbieter diese kommerziellen Vorteile nutzen. Zudem könnten die durch die steigenden Transaktionszahlen gewonnenen Daten zur Erstellung präziserer Kreditprofile der Nutzer beitragen.