Philippinische Zentralbank fördert Digitalisierung ländlicher Banken
EditDie philippinische Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) unterstützt berechtigte ländliche Banken durch die kostenlose Bereitstellung eines cloudbasierten Kernbankensystems für eine Dauer von drei Jahren. Wie die Behörde am 1. September 2026 bekannt gab, soll diese Maßnahme die digitale Transformation kleinerer Kreditinstitute beschleunigen und gleichzeitig deren Technologiekosten senken.
Das Vorhaben ist ein Bestandteil der technischen Unterstützung für die Digitalisierung innerhalb des Rural Bank Strengthening Program (RBSP). Ziel der Initiative ist es, die Zuverlässigkeit, Sicherheit und Zugänglichkeit von Bankdienstleistungen für Sparer und Kreditnehmer in ländlichen Regionen zu erhöhen. Laut BSP-Gouverneur Eli M. Remolona, Jr. sind ländliche Banken entscheidende Partner der Zentralbank für die Förderung des Wachstums in diesen Gebieten. Durch die Digitalisierung sollen die Institute stärker, wettbewerbsfähiger und besser für die Bedienung ihrer Kunden gerüstet werden.
Das Kernbankensystem wird als Software-as-a-Service (SaaS) über einen externen Dienstleister bereitgestellt. Die Implementierung soll die Betriebsabläufe optimieren, die Cybersicherheit sowie die operative Widerstandsfähigkeit stärken, den Kundenservice verbessern und die Einhaltung regulatorischer Vorschriften erleichtern. Die Unterstützung umfasst darüber hinaus Hilfestellungen für die Banken, um die Umstellung auf das cloudbasierte System vorzubereiten.
Die Notwendigkeit dieser Intervention wird durch aktuelle Daten der Zentralbank verdeutlicht: Ende März 2026 verfügten ländliche und genossenschaftliche Banken zwar über 370 Hauptsitze und 3.112 Zweigstellen, doch lediglich 65 dieser Institutionen besaßen bereits von der BSP genehmigte elektronische Bankdienstleistungen. Die technische Unterstützung für die Digitalisierung ist ein Teil des umfassenderen RBSP, das bereits im Januar 2024 vom Monetary Board genehmigt wurde. Das Programm umfasst neben der Digitalisierung auch die Bereiche Finanzberatung und Kapazitätsaufbau.
Um für die Förderung infrage zu kommen, müssen die Banken spezifische Kriterien erfüllen. Sie müssen sich im Rahmen des RBSP für die Stärkung ihrer Geschäftstätigkeit eingesetzt haben, die geltenden Mindestkapitalanforderungen erfüllen und zum Zeitpunkt der Antragstellung über kein bestehendes SaaS-basiertes Kernbankensystem verfügen. Zudem müssen die Institute zwischen dem 21. September 2022 und dem 21. September 2025 eine Absichtserklärung oder einen Antrag für einen der förderfähigen RBSP-Zweige eingereicht haben. Zu diesen Zweigen zählen Fusionen oder Konsolidierungen, Übernahmen oder Investitionen durch Dritte, die Aufwertung der Banklizenz sowie das Capital Build-Up Program.
Die Kapitalanforderungen sind dabei nach der Größe der Institute gestaffelt: Banken mit einem Hauptsitz oder bis zu fünf Zweigstellen müssen ein Kapital von mindestens 50 Millionen PHP vorweisen. Institute mit sechs bis zehn Zweigstellen benötigen mindestens 120 Millionen PHP, während Banken mit mehr als zehn Zweigstellen ein Mindestkapital von 200 Millionen PHP halten müssen. Diese Regelungen sind unter dem BSP-Rundschreiben Nr. 1151 festgelegt.
Die Richtlinien für das Programm wurden am 12. August 2026 veröffentlicht und enthalten Details zu Qualifikationen, Dokumentationspflichten sowie zum Antrags- und Bewertungsverfahren. Die Antragsphase soll einen Monat nach der Bekanntgabe der Richtlinien beginnen. Die BSP plant zudem, Informationsveranstaltungen durchzuführen, um den Banken bei der Einschätzung ihrer Bereitschaft und der Vorbereitung der Anträge zu helfen. Die vollständigen Richtlinien sind im BSP-Memorandum Nr. M-2026-042 einsehbar. Das Programm stützt sich rechtlich auf den Rural Banks Act von 1992 (Republic Act No. 7353), der der BSP die Erteilung technischer Unterstützung für ländliche Banken erlaubt.




