Gesellschaft: Rizal

Kirchliche Hilfsorganisation fordert Baustopp für Windpark auf Talim Island

Die katholische Hilfsorganisation Caritas Philippines hat einen Baustopp für ein groß angelegtes Windkraftprojekt in der Provinz Rizal gefordert. Die Organisation, die als humanitärer Zweig der philippinischen Bischofskonferenz fungiert, begründet diesen Schritt mit ungelösten Umweltproblemen und Sorgen der lokalen Bevölkerung.

Beautiful tropical seacape. El Nido, Palawan island, Philippines
Symbolbild: Envato

Das betroffene Talim-Windkraftprojekt hat eine Kapazität von 218,75 Megawatt und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 3,4 Millionen Quadratmetern in den Gemeinden Binangonan und Cardona. Schätzungen von Bürgergruppen zufolge könnten mehr als 40.000 Bewohner und Fischer auf der Insel Talim von dem Vorhaben betroffen sein.

Der Präsident von Caritas Philippines, Bischof Gerardo Alminaza, erklärte in einer Stellungnahme, dass die Kirche den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zwar unterstütze, der Übergang zu erneuerbaren Energien jedoch gerecht gegenüber den betroffenen Gemeinschaften verlaufen müsse. Er betonte, dass erneuerbare Energien dieselbe Gerechtigkeit verkörpern müssten, die sie eigentlich fördern wollen.

Eine kommunale Inspektion ergab, dass Erdarbeiten bereits im Gange sind, obwohl vor Ort einige erforderliche Umweltdokumente fehlen. Die Inspektion empfahl, die Erdbewegungen auszusetzen, bis das Projekt die geltenden Vorschriften erfüllt. Anwohner berichteten zudem von Abholzungen, Küstenüberschwemmungen und einem Verlust der Artenvielfalt in der Nähe des Mount Tagapo sowie von Bedrohungen für Fischgründe und landwirtschaftliche Flächen.

Alminaza forderte eine unabhängige Überprüfung dieser Berichte und wies darauf hin, dass diese weder ignoriert noch als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse dargestellt werden dürften. Die Interessenvertretung Kapit sa Talim Association drängt zudem auf die Veröffentlichung von Gefahrenanalysen, Genehmigungen und Unterlagen zu den Konsultationsprozessen, die der Projektgenehmigung zugrunde lagen.

Obwohl der Projektentwickler durch Spenden, wie etwa 1.000 Schulstühle, soziale Programme unterstützt hat, seien solche Maßnahmen kein Ersatz für die Einhaltung von Umweltauflagen, Transparenz oder eine echte Beteiligung der Bürger, so Alminaza. Caritas Philippines fordert die Aussetzung aller Aktivitäten auf Talim, bis unabhängige Bewertungen abgeschlossen sind und die Bewohner ohne Druck oder Einschüchterung mitwirken können.

Sollte eine unabhängige Untersuchung ergeben, dass das Projekt ernsthafte und irreversible Schäden verursacht oder wahrscheinlich verursachen wird, müsse die Regierung die Genehmigungen widerrufen. Als Alternativen zu großen Konzernprojekten nannte die Caritas gemeinschaftseigene Modelle wie Pfarrei-Solarprogramme, die Solar-Dachgarten-Initiative oder Mikro-Wasserkraftanlagen, wie sie bereits in Nordluzon im Einsatz sind.