KI-Nutzung auf den Philippinen: Hohe tägliche Anwendung bei mangelnder Ausbildung
Auf den Philippinen nutzen bereits 78 Prozent der Arbeitnehmer künstliche Intelligenz (KI) täglich in ihrem Berufsalltag. Trotz dieser hohen Nutzungsrate erhalten jedoch nur 35 Prozent der Beschäftigten eine auf ihre spezifische Rolle zugeschnittene Schulung im Umgang mit dieser Technologie. Diese Ergebnisse geht der „State of HR 2026 Report: AI & the Filipino Workforce“ hervor, eine landesweite Studie, die über 3.500 Angestellte aus 13 verschiedenen Branchen untersuchte.
Die Daten wurden im Rahmen des „State of HR Summit 2026“ präsentiert, einer Fachkonferenz von Sprout Solutions im Dusit Thani Manila. Laut dem Bericht ist die Nutzung von KI mit einer höheren Produktivität, weniger Stress und einer stärkeren Anerkennung der Arbeitsleistung verbunden. Kislay Chandra, Chief Operating Officer von Sprout Solutions, betonte jedoch, dass die entscheidende Frage für Führungskräfte nicht mehr darin bestehe, ob KI die Arbeit verändere, sondern wie sie diese Transformation gestalten. Erfolgreiche Unternehmen müssten laut Chandra die menschlichen Fähigkeiten optimal mit der KI kombinieren.
Experten warnten auf dem Gipfel davor, die menschliche Urteilskraft durch eine zu starke Abhängigkeit von Algorithmen zu schwächen. Cliff Eala, CEO von BS Works, erklärte, dass KI-Kenntnisse zwar nützlich seien, ihr wahrer Wert sich jedoch erst durch die Kombination mit fundiertem Fachwissen entfalte. Er riet dazu, Arbeitsplätze so umzugestalten, dass KI Aufgaben ergänzt, statt sie lediglich zu automatisieren. Zudem müsse die Weiterbildung gezielt auf die jeweiligen Aufgabenbereiche ausgerichtet werden, anstatt nur allgemeine Kurse anzubieten.
Ein weiteres Hindernis für die erfolgreiche Implementierung sei die Akzeptanz der Belegschaft. In Diskussionsrunden wurde hervorgehoben, dass die Einführung von KI oft daran scheitere, dass Mitarbeiter den praktischen Nutzen für ihre eigene Arbeit nicht erkennen können. Während viele Filipinos sehr versiert im Umgang mit sozialen Medien und mobilen Endgeräten sind, werde das Potenzial von KI im professionellen Kontext noch nicht voll ausgeschöpft. Führungskräfte müssten daher sicherstellen, dass die Technologie die Kapazitäten der Menschen erweitert und deren Arbeit bereichert, anstatt sie nur zu ersetzen.
Quellen
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