Justizbehörde fordert strengere Gesetze gegen Online-Radikalisierung von Kindern
Die Regionalabteilung des Justizministeriums XI (DOJ XI) unterstützt die Forderung nach einem neuen Gesetz, das strengere Strafen für Erwachsene vorsieht, die Kinder durch sogenanntes „nihilistisches Grooming“ manipulieren. Die Staatsanwältin des Regionalen Staatsanwaltschaftsamtes XI, Janet Grace B. Dalisay-Fabrero, warnte vor der wachsenden Gefahr durch Gruppen, die unter dem Begriff des Nihilismus bekannt sind und philippinische Kinder über Online-Gaming-Plattformen ins Visier nehmen.
Dieses Phänomen, auch als nihilistischer gewaltsamer Extremismus (NVE) bezeichnet, beschreibt einen Trend, bei dem Minderjährige über soziale Medien oder Gaming-Kanäle gezielt angesprochen werden. Nach dem Aufbau von Vertrauen werden die Opfer durch Drohungen oder Erpressung dazu gezwungen, gewalttätige, selbstverletzende oder explizite Inhalte zu produzieren. Bekannte Gruppierungen wie „No Lives Matter“ oder „764“ wurden bereits im Rahmen von Senatsuntersuchungen zu einem Massenschusswaffengebrauch an einer öffentlichen High School in Tacloban thematisiert, bei dem drei Menschen getötet und 20 weitere verletzt wurden.
Laut Dalisay-Fabrero decken bestehende Regelungen, wie das Gesetz gegen den sexuellen Missbrauch oder die Ausbeutung von OSAEC, diese Form der gewaltgetriebenen, nicht-sexuellen Ausbeutung nicht vollständig ab. Das DOJ XI arbeitet daher an der Einrichtung einer technischen Arbeitsgruppe, um einen Gesetzesentwurf vorzubereiten. Dieser soll sich an rechtlichen Rahmenbedingungen in den USA orientieren, die kriminellen Elemente des nihilistischen Groomings definieren und eine zügige Strafverfolgung ermöglichen.
Bereits im Mai wurden bei einer regionalen Konferenz in Malaysia mindestens 13 Fälle dokumentiert, in denen philippinische Kinder betroffen waren. Obwohl diese Fälle nicht direkt der Region XI zugeordnet wurden, warnt die Staatsanwältin vor einer unkontrollierten Ausbreitung. Sie beschrieb die Netzwerke als eine Art Internet-Kult, der persönliche Verletzungen der Kinder, etwa durch Mobbing in der Schule, ausnutzt, um Hass und Rachegelüste zu schüren. Dies habe bereits zu realen Gewalttaten geführt, darunter Bombenandrohungen an Schulen und Angriffe von Schülern auf ihre Mitschüler.
Dalisay-Fabrero appellierte zudem an die Eltern, die Sicherheit ihrer Kinder nicht allein durch den Aufenthalt in den eigenen vier Wänden zu garantieren. Da die Beteiligung an solchen Gemeinschaften schwer zu erkennen sei, sei eine proaktive Kontrolle der Gaming-Plattformen durch die Erziehungsberechtigten unerlässlich, da bereits sehr junge Kinder gefährdet werden könnten.