Geplante KI-Wirtschaftszone Pax Silica in New Clark City löst Debatten aus
Das geplante Projekt „Pax Silica“ in New Clark City, das als eine neue wirtschaftliche Zone für Künstliche Intelligenz (KI) konzipiert ist, sorgt auf den Philippinen für politische und gesellschaftliche Diskussionen. Während die Regierung und US-Vertreter das Vorhaben als Chance für technologische Innovation und Beschäftigung hervorheben, warnen Kritiker vor geopolitischen Abhängigkeiten und erheblichen ökologischen Risiken.
Der US-Unterstaatssekretär im Außenministerium, Jacob Helberg, bezeichnete das Projekt während eines Besuchs am 18. Mai 2026 als eine beispiellose Partnerschaft zwischen den USA und den Philippinen. Ziel der geplanten „Economic Security Zone“ sei es, die Rechtssicherheit des US-Rechts mit der Geschwindigkeit und dem Umfang asiatischer Produktion zu kombinieren. Helberg betonte die Notwendigkeit, die Lieferketten der KI-Industrie zu diversifizieren. Er warnte davor, dass eine zu starke Konzentration auf einzelne Länder, etwa wenn 90 Prozent kritischer Inputs aus einer einzigen Quelle stammen, keine echte Lieferkette, sondern eine „Geiselkette“ darstelle.
Die philippinische Behörde für die Umwandlung und Entwicklung von Militärstützpunkten (Bases Conversion and Development Authority, BCDA) hat für das Projekt eine Fläche von etwa 4.000 Acres bereitgestellt. Das geplante Koordinationsbüro soll als sogenannter „Golden Node“ fungieren, um Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Regierungsbehörden für den Aufbau eines KI-Ökosystems zusammenzuführen. Finanzminister Frederick Go verwies im Zusammenhang mit Pax Silica wiederholt auf die Aussicht auf Hunderttausende neue Arbeitsplätze.
Gegner des Vorhabens äußerten jedoch deutliche Bedenken. Mitglieder des Makabayan-Blocks warnten bereits am 19. April 2026, dass das Projekt die Philippinen primär in eine untergeordnete Rolle innerhalb der globalen Wertschöpfungskette drängen könnte. Sie befürchten, dass das Land hauptsächlich für arbeitsintensive, aber weniger wertvolle Aufgaben wie Montage, Tests und Verpackung genutzt wird, während die technologische Kontrolle und die hohen Gewinne in den Heimatländern der ausländischen Investoren verbleiben. Zudem wird kritisiert, dass Pax Silica zusammen mit dem US-Philippinischen Rahmenwerk für kritische Mineralien primär der Sicherung der US-Versorgung mit strategischen Rohstoffen diene und somit eher der Kriegsproduktion als einer neutralen industriellen Entwicklung entspreche.
Neben den politischen Vorwürfen stehen ökologische Sorgen im Fokus. Da KI-Rechenzentren enorme Mengen an Wasser für Kühlsysteme benötigen, liegen die Schätzungen für den Bedarf in der Pax-Silica-Zone je nach Ausgestaltung zwischen 5 und 20 Millionen Gallonen pro Tag. Dies könnte die Wasserversorgung in New Clark City, der Clark Freeport Zone sowie in den angrenzenden Gebieten von Pampanga und Tarlac, die als wichtiges Wassereinzugsgebiet gelten, massiv belasten. Zudem wird befürchtet, dass der enorme Energiebedarf die ohnehin instabile Stromversorgung im Luzon-Stromnetz weiter schwächen könnte.