Politik: Metro Manila

Chinesische Militärpräsenz in umstrittenen Gewässern hat sich fast verdoppelt

In den Gebieten des Südchinesischen Meeres, die von den Philippinen beansprucht werden, hat die Präsenz der chinesischen Marine und Küstenwache im vergangenen Monat massiv zugenommen. Nach Angaben der philippinischen Behörden verdoppelte sich die Zahl der chinesischen Schiffe im September nahezu gegenüber dem Vormonat.

Philippine Passport and Five Hundred Peso Banknote on National Flag
Symbolbild: Envato

Das philippinische Militär registrierte im September insgesamt 101 chinesische Schiffe der Marine und der Küstenwache. Diese Beobachtungen bezogen sich auf strategisch bedeutsame Gebiete wie die philippinisch besetzte Thitu-Insel, das Second Thomas Shoal sowie das Sabina Shoal. Zudem wurden Schiffe in der Nähe des unter chinesischer Kontrolle stehenden Scarborough-Riffs gesichtet. Im Vergleich dazu waren es im Vormonat lediglich 56 Schiffe.

Konteradmiral Roy Vincent Trinidad, der Sprecher des philippinischen Militärs für das Südchinesische Meer, äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zu dieser Entwicklung. Er erklärte, dass dieser militärische Aufbau darauf abzile, die Entschlossenheit der philippinischen Bevölkerung zu brechen. Trinidad bezeichnete dies als eine Strategie des sogenannten „Mission Kill“, mit dem Ziel, die Fähigkeit des Landes zu zerstören, seine Aufgaben fortzuführen.

Die Spannungen in der Region führten zuletzt auch zu direkten Zwischenfällen. Am vergangenen Wochenende warfen die philippinischen Behörden China vor, Regierungsflugzeuge und Boote in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Philippinen belästigt zu haben. Dabei soll ein chinesischer Kampfjet eine philippinische Cessna 208 gestört haben, die eine Routinepatrouille nahe dem Scarborough-Riff durchführte. Parallel dazu blockierte ein Schiff der chinesischen Küstenwache philippinische Boote, die ein ausländisches Fischerboot erreichen wollten, welches China der Verwendung von Dynamit beim Fischen bezichtigte.

Peking reagierte auf die Vorwürfe mit einer Warnung an Manila. Die chinesische Seite bezeichnete das Vorgehen der Philippinen als „provokative Handlungen“ und behauptete, das philippinische Kleinflugzeug habe den chinesischen Luftraum verletzt.