Gesellschaft: Cebu

Cebu City plant Ausbau des Alternativen Lernsystems für Schulabbrecher

In Cebu City soll das Alternative Learning System (ALS) massiv ausgebaut werden, um die große Zahl an Jugendlichen und Erwachsenen zu erreichen, die derzeit keinen Zugang zu formaler Bildung haben. Ein neuer Entwurf für eine städtische Verordnung, die sogenannte „Localized ALS Ordinance“, soll das Programm der Bildungsbehörde Department of Education (DepEd) durch zusätzliche Lehrkräfte, feste Lernzentren, eine verbesserte Datenerfassung und eine dauerhafte Finanzierung durch die Stadt stärken.

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Symbolbild: Envato

Der Stadtrat Philip Zafra hat die Verordnung eingebracht, die nun zur Prüfung an die Ausschüsse für Recht und Bildung des Stadtrats von Cebu City verwiesen wurde. Die Notwendigkeit für diese Maßnahmen ergibt sich aus Daten der DepEd-Abteilung von Cebu City: Von schätzungsweise 52.000 Jugendlichen und Erwachsenen, die keine Schule besuchen, nehmen derzeit nur etwa 5.366 am ALS-Programm teil. Dies entspricht einer Abdeckungsrate von lediglich rund 10 Prozent, wodurch die große Mehrheit der betroffenen Bevölkerung außerhalb des Programms bleibt.

Neben der geringen Teilnehmerzahl besteht ein erheblicher Personalmangel. Im Schuljahr 2025-2026 betreuten lediglich 52 ALS-Lehrkräfte die 5.366 Lernenden, was einem Verhältnis von etwa 104 Schülern pro Lehrkraft entspricht. Der Entwurf von Zafra verweist in diesem Zusammenhang auf eine Evaluierung des Philippine Institute for Development Studies (PIDS), die ein angemessenes Verhältnis von 25 bis 40 Lernenden pro Lehrkraft empfiehlt.

Ein weiteres Hindernis für die Reichweite des Programms ist die unklare Datenlage. Laut dem Vorschlag gibt es in Cebu City keine einheitliche Statistik über die genaue Zahl der Jugendlichen und Erwachsenen ohne Schulbesuch, da die Daten der DepEd-Abteilung von Cebu City und des städtischen Sozialamtes (Department of Social Welfare Services) voneinander abweichen. Als Ursache für die niedrigen Einschreibungszahlen und die mangelhafte Datenlage wird eine schwache Umsetzung des sogenannten „Community Literacy Mapping“ angeführt, bei dem Personen in den Gemeinden identifiziert werden sollen, die grundlegende Bildungs- und Alphabetisierungsdienste benötigen.

Die geplante Verordnung sieht vor, dass die Stadt zusätzliche personelle und logistische Unterstützung für dieses Mapping bereitstellt. Dabei sollen die Barangays (Stadtteile) die DepEd und die Stadtverwaltung aktiv dabei unterstützen, potenzielle ALS-Lernende zu identifizieren. Zudem soll die Unterstützung für das ALS-Programm fest in den Bildungsplanungs- und Finanzierungsmechanismen der Stadt verankert werden. Das Local School Board (LSB) soll dabei verpflichtet werden, jährliche Mittel aus dem Special Education Fund (SEF) für das ALS bereitzustellen, sofern dies den geltenden Gesetzen, dem jährlichen Budgetprozess und den validierten Bedürfnissen der DepEd-Abteilung von Cebu City entspricht.

Auch die physischen Bedingungen der Unterrichtsstätten sollen verbessert werden. Derzeit finden ALS-Kurse in Cebu City primär in geliehenen, provisorischen oder improvisierten Räumen statt, darunter Gemeindezentren, überdachte Sportplätze, Mehrzweckbereiche oder im Freien. Die Verordnung sieht vor, dass die Stadt über das LSB den Aufbau oder die Modernisierung von Lernzentren unterstützt, um mindestens den „Type 3“-Standard gemäß den Durchführungsbestimmungen des ALS-Gesetzes (Republic Act No. 11510) zu erreichen. Solche Zentren bestehen aus permanenten, gesicherten Gebäuden aus dauerhaften Materialien wie Zement und sind mit grundlegenden Möbeln sowie Lehrmaterialien ausgestattet. Darüber hinaus sollen eine zuverlässige Internetverbindung, Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen, Sicherheitsmerkmale und angemessene Unterrichtsmaterialien gewährleistet werden.

Um die Umsetzung zu unterstützen, sieht der Entwurf zudem einen Rahmen vor, um das Personal durch zusätzliche Lehrkräfte, Community-Implementierer, Unterstützungspersonal und andere Mitarbeiter aufzustocken, sofern diese die Qualifikations- und Akkreditierungsanforderungen der DepEd erfüllen. Die Stadt soll zudem die Mobilität des ALS-Personals fördern, etwa durch die Bereitstellung von Behördenfahrzeugen, Treibstoffhilfe oder andere Transportregelungen für die Identifizierung von Lernenden, die Rekrutierung, die Überwachung sowie die Unterrichtseinheiten in den Gemeinden. Schließlich sollen jährliche Schulungs- und Wellness-Programme für die Lehrkräfte und das Unterstützungspersonal durch die Stadt unterstützt werden.