CBCP-Chef fordert politische Verantwortung der Gläubigen vor Präsidentschaftswahl
EditAngesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahl, die in weniger als zwei Jahren stattfinden soll, CBCP, Erzbischof Gilbert Garcera, die Kirche zu einer aktiven Rolle bei der politischen Meinungsbildung aufgerufen. Während der 70. Jahrestagung der Pontifical Mission Societies-Philippines in Tacloban City betonte Garcera, dass die Kirche die Filipinos dabei unterstützen müsse, ihr Gewissen auf der Grundlage von Glauben, Wahrheit und authentischen menschlichen Werten zu formen.
Nach Angaben des Erzbischofs solle eine wahrhaft missionarische Kirche keine politischen Entscheidungen vorgeben. Stattdessen sei es die Aufgabe der Kirche, den Gläubigen dabei zu helfen, kluge Urteile zu fällen, verantwortungsbewusst am politischen Prozess teilzunehmen und das Gemeinwohl zu fördern. Die Vorbereitung der Wähler sei dabei Teil eines größeren Auftrags der Kirche, sich mit den gesellschaftlichen Realitäten auseinanderzusetzen und eng mit der Bevölkerung verbunden zu bleiben.
Garcera forderte zudem eine stärker nach außen gerichtete Kirche, die sich verstärkt den Armen, der Jugend, den Marginalisierten sowie Menschen, die sich vom Glauben abgewandt haben, zuwendet. Er warnte davor, dass die einzelnen Pfarreien Gefahr liefen, sich zu sehr auf interne Routineaufgaben zu konzentrieren und dadurch den Kontakt zur Außenwelt zu verlieren. Die Mission beginne laut dem Erzbischof überall dort, wo Menschen leben, arbeiten, lernen oder dienen, weshalb alle getauften Katholiken in der Verantwortung für die kirchliche Mission stünden.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede lag auf der Umsetzung des Synods zur Synodalität. Garcera, der seit seiner Wahl zum CBCP-Präsidenten im Jahr 2025 die Umsetzung dieses Prozesses in den philippinischen Diözesen vorantreibt, erklärte, dass die Arbeit nach der Veröffentlichung des Abschlussdokuments nicht abgeschlossen sei. Die zentrale Herausforderung bestehe nun darin, die Synodalität nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern sie im Alltag praktisch zu leben. Dies erfordere aktives Zuhören, gemeinsames Abwägen und ein gemeinsames Voranschreiten innerhalb der Kirche.
Abschließend regte der Erzbischof an, dass die philippinische Kirche durch ihre Migranten, Freiwilligen, Familien und Gemeinschaften einen bedeutenden Beitrag zur Weltkirche leiste. Er rief dazu auf, diesen Beitrag durch ein erneuertes missionarisches Engagement zu stärken, anstatt lediglich bestehende Traditionen zu bewahren. Zudem ermutigte er die Filipinos zu mehr Unterstützung für die globale Missionsarbeit, wobei er als Beispiel auf die Beiträge aus Korea und Japan verwies, die trotz kleinerer katholischer Bevölkerungsgruppen eine große Rolle spielten.




