Politik: Landesweit

Bürgergruppe fordert Friedensgespräche zwischen Marcos und MILF-Chef Murad

Ein Treffen zwischen Präsident Ferdinand Marcos Jr. und Al Haj Murad Ebrahim, dem Vorsitzenden der MILF, könnte den Weg ebnen, um den seit 50 Jahren andauernden Konflikt in der Bangsamoro-Region endgütig zu beenden. Eine Bürgergruppe aus der Region hat den Präsidenten eindringlich dazu aufgerufen, ein solches Gespräch zu vereinbaren.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – am Rednerpult stehend
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Sultan Alim Saad Amate, der Koordinator der Organisation AMANA BARMM, betonte am Montag, dass dem Präsidenten noch etwa 20 Monate verbleiben, um den jahrzehntelangen Konflikt durch ein Treffen mit Murad abzuschließen. Murad selbst hatte bereits in einem Schreiben vom 1. Oktober ein solches Gespräch erbeten. Amate verwies dabei auf die historische Bedeutung und stellte fest, dass das Tripoli-Abkommen von 1976 bereits unter dem Vater des aktuellen Präsidenten, dem verstorbenen Ferdinand Marcos Sr., unterzeichnet wurde.

Nach Angaben von AMANA warten derzeit etwa 14.000 ehemalige Kämpfer der MILF darauf, ihre Waffen niederzulegen, wobei seit Juli 2024 keine Entwaffnung mehr verzeichnet wurde. Zwar ernannte Marcos im März 2025 den ehemaligen MILF-Stabschef Abdulraof Macacua zum interimistischen Bangsamoro-Ministerpräsidenten und ersetzte damit Murad, doch laut der Bürgergruppe hat dieser Führungswechsel die Loyalität der Kämpfer gegenüber dem MILF-Vorsitzenden Murad nicht verändert. Die Gruppe fordert, dass ein Treffen zwischen Marcos und Murad vor der Eröffnung des Bangsamoro-Parlaments am 30. Oktober stattfindet.

Obwohl Marcos seit den Wahlen am 14. September bereits Treffen mit Macacua und Vertretern der BARMM-Grand-Coalition abhielt, steht ein Treffen mit Murad, dessen Gruppe als Regierungspartner im Friedensabkommen gilt, noch aus. AMANA unterstützt zudem den Vorschlag der United Bangsamoro Justice Party für eine sogenannte „Regenbogen-Koalition“, die die MILF, die Moro National Liberation Front, gewählte Parteien, indigene Völker und Siedler in einer Regierung vereinen soll.