Best Countries Index 2026: Philippinen als attraktive Marke mit Defiziten bei der Leistungsfähigkeit
EditDie Philippinen konnten die Weltgemeinschaft noch nicht von ihren tatsächlichen Fähigkeiten überzeugen, obwohl sie auf internationaler Ebene als attraktive Marke wahrgenommen werden. Dies zeigt sich in der Analyse des „Best Countries Index 2026“, der gemeinsam von der BrandAsset Valuator (WPP BAV) und der Wharton School erstellt wurde.
In der Untersuchung, die insgesamt 85 Länder bewertet, belegten die Philippinen den 45. Platz. Die Methodik des Index basiert auf der Wahrnehmung von 73 verschiedenen Attributen, die in zehn Dimensionen wie etwa Unternehmertum, Agilität, kultureller Einfluss, Geschäftsoffenheit und Macht zusammengefasst werden. Während die Schweiz den ersten Platz belegte, zeigt sich bei den Philippinen eine deutliche Diskrepanz zwischen Sympathie und Leistungsnachweis.
Die Philippinen schnitten in Kategorien, die ihre Anziehungskraft unterstreichen, vergleichsweise gut ab: In den Bereichen Abenteuer (Platz 27) und Geschäftsoffenheit (Platz 22) erzielten sie gute Werte. Im Gegensatz dazu fielen die Platzierungen bei den Leistungsindikatoren deutlich ab: Unternehmertum lag auf Rang 50, Agilität auf Platz 47, der kulturelle Einfluss auf 44 und die nationale Macht auf Platz 48. Dr. Alicor Panao, Datenwissenschaftler beim Inquirer und außerordentlicher Professor an der University of the Philippines, erläuterte, dass das Land zwar als attraktive Marke gilt, aber noch nicht demonstrieren konnte, wozu es fähig ist.
Innerhalb der südostasiatischen Region belegten die Philippinen das Schlusslicht unter den sechs untersuchten Ländern. Sie rangierten hinter Singapur (12.), Thailand (30.), Malaysia (36.), Indonesien (40.) und Vietnam (41.). Der Abstand zu den führenden Nationen Asiens ist laut Panao noch weitaus größer. Länder wie Japan (Platz 2), Südkorea (Platz 13) und China (Platz 14) zeigten besonders starke Leistungen bei Attributen, die mit wirtschaftlicher Dynamik, Einfluss und nationaler Macht verbunden sind.
Panao betonte, dass diese Unterscheidung von großer Bedeutung sei, da die untersuchten Merkmale eng mit der wirtschaftlichen Performance und dem nationalen Wohlstand verknüpft sind. Die aktuelle Positionierung spiegele eine anhaltende Unsicherheit bezüglich der Philippinen als Wachstumsmarkt wider, was er als ein Problem der sogenannten „Soft Power“ bezeichnete. Ein Landesruf basiere nicht nur auf vorhandenen Ressourcen, sondern darauf, was andere glauben, dass das Land werden kann. Die Herausforderung bestehe darin, sich von einem Land, das die Welt lediglich mag, zu einem Staat zu entwickeln, dessen Fähigkeiten vertrauenswürdig sind und dessen Einfluss Respekt erfährt.




