Zinserhöhungen auf den Philippinen trotz sinkender Inflationsrate wahrscheinlich
EditTrotz der im Juli verlangsamten Teuerungsrate wird die philippinische Zentralbank, die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP), ihren Kurs restriktiver Geldpolitik voraussichtlich nicht aufgeben. Analysten gehen davon aus, dass die Entscheidungsträger weiterhin darauf fokussiert bleiben, das Preiswachstum zurück in den angestrebten Zielbereich zu lenken.
Ökonomen von Nomura Global Markets Research prognostizierten in einem am Donnerstag veröffentlichten Kommentar, dass die Zentralbank den Leitzins voraussichtlich um weitere 0,5 Prozentpunkte anheben wird. Dabei wird mit Erhöhungen in Schritten von jeweils einem Viertelprozentpunkt bei den geldpolitischen Sitzungen im August und im Oktober gerechnet.
Die Experten begründen diese Einschätzung damit, dass die BSP aufgrund der steigenden Kerninflation sowie allgemeiner Aufwärtsrisiken wachsam bleibe. Als potenzielle Risikofaktoren wurden die anhaltende Unsicherheit bei den Rohölpreisen, Auswirkungen unerwartet hoher Lohnsteigerungen sowie die Aussichten auf ein starkes El-Niño-Phänomen genannt. Die jüngsten Daten des Verbraucherpreisindex könnten diesen Kurs der Zentralbank laut Nomura nicht grundlegend ändern, rechtfertigten jedoch einen schrittweisen Ansatz bei den Zinserhöhungen.
Aktuelle Daten zeigen, dass die Verbraucherpreise im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent gestiegen sind. Dies markiert den dritten Monat in Folge, in dem sich das Preiswachstum abschwächt. Dieser Rückgang wurde maßgeblich durch eine nachlassende Inflation im Transportsektor begünstigt, die von 12,8 Prozent im Vormonat auf 11,9 Prozent sank. Trotz der Spannungen im Nahen Osten im vergangenen Monat verlangsamte sich die Inflation bei Kraftstoffen: Die Benzinpreise sanken von 39,2 Prozent auf 34,1 Prozent, während die Dieselinflation von 39 Prozent auf 38,6 Prozent zurückging.
Die Kerninflation, welche volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert, um den zugrunde liegenden Preisdruck zu messen, sank im Juli von 4,4 Prozent im Juni auf 4,2 Prozent. Die BSP erklärte jedoch, dass sie bereit sei, bei Bedarf weitere geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen, um die Inflation wieder nahe an das Ziel von 3 Prozent zu bringen. Seit April hat die Zentralbank den Leitzins bereits um insgesamt 50 Basispunkte auf 4,75 Prozent angehoben, um die Inflationserwartungen trotz eines langsameren Wirtschaftswachstums stabil zu halten.
Ergänzend wiesen Ökonomen der DBS Bank darauf hin, dass die Inflation auf den Philippinen trotz des Rückgangs im Juli weiterhin die höchste in der Region bleibt. Aufgrund der restriktiven Rhetorik der BSP sei die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung bei der Sitzung am 27. August gestiegen, um die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer zu kontrollieren.





