Steigende Kosten und Bürokratie erschweren bezahlbaren Wohnraum in Cebu
EditDie Immobilienbranche in der Region Cebu sieht sich mit massiven Herausforderungen konfrontiert, die die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum zunehmend erschweren. Laut der Subdivision and Housing Developers Association 7 (SHDA 7) führen steigende Grundstücks- und Baukosten sowie höhere Finanzierungsausgaben dazu, dass Entwickler Schwierigkeiten haben, erschwingliche Angebote zu realisieren. Trotz dieser Hürden bleibt die Nachfrage nach Wohnraum hoch, da Cebu weiterhin viele Arbeitskräfte und Familien aus benachbarten Provinzen und Inseln anzieht, wodurch der Wohnungsmangel in der Region erheblich bleibt.
Besonders in Cebu City, wo die Bodenwerte bereits sehr hoch sind, setzen die gestiegenen Kosten für Land und Projektfinanzierungen die Verkaufspreise unter Druck. Ein weiteres Hindernis stellt die regulatorische Ebene dar. Die Branche warnt vor Verzögerungen bei der Bearbeitung und Erteilung von Verkaufslizenzen, den sogenannten Licenses to Sell (LTS). Solche Verzögerungen könnten das Wohnungsangebot weiter einschränken, da Entwickler ohne diese Genehmigung keine Wohneinheiten verkaufen dürfen.
In einer Pressekonferenz am Freitag, den 28. August 2026, äußerte sich der ehemalige Präsident der SHDA 7, Harold See, zu dieser Problematik. Er betonte, dass die Branche die Aufgabe der Regulierungsbehörden bei der Prüfung von Dokumenten und der Sicherstellung der Compliance respektiere. Dennoch könnten langwierige Prozesse bei der LTS-Vergabe eine Versorgungslücke reißen. See erklärte, dass man zwar Verständnis für die Prüfung von Dokumenten habe, ein Verzicht auf die Lizienzerteilung zur Prüfung jedoch die Immobilienpreise weiter nach oben treibe, da ein Angebotsvakuum entstehe. Er äußerte die Hoffnung auf eine höhere Anzahl an ausgestellten Lizenzen, damit Entwickler ihre Immobilien zeitnah veräußern können.
Der aktuelle Präsident der SHDA 7, Ken Salimbangon, teilte mit, dass die Vereinigung eng mit den Regierungsbehörden bezüglich der LTS-Problematik koordiniere. Er rief die Mitglieder der Branche dazu auf, ihre Anträge und Petitionen einzureichen und etwaige Bedenken direkt an den Vorstand der SHDA 7 zu richten, um Unterstützung zu erhalten. Gleichzeitig regte Salimbangon an, die Erschließung verstärkt in das ländliche Umland zu verlagern. Dies könnte den Druck auf die urbanen Zentren wie Cebu City mindern und es Familien ermöglichen, in der Nähe ihrer Gemeinden zu bleiben.
Die wirtschaftliche Lage beeinflusst zudem das Kaufverhalten. John Paul Escario, Vizepräsident für den Betrieb in Visayas bei der Pueblo de Cebu Development Corp, stellte fest, dass der Markt für preisgünstigen Wohnraum zuletzt Anzeichen einer Verlangsamung zeigte. Verbraucher agierten aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten, steigender Kraftstoffpreise und geopolitischer Spannungen vorsichtiger bei ihren Ausgaben. Trotz dieser Entwicklung betonte Escario, dass die grundsätzliche Nachfrage weiterhin vorhanden sei. Die zentrale Herausforderung bestehe darin, die Erschwinglichkeit zu wahren und den Markt trotz der wirtschaftlichen Lage für Käufer attraktiv zu halten.
Um die Erschwinglichkeit von Wohnraum zu verbessern, sieht die Branche verschiedene Lösungsansätze. Harold See schlug vor, dass staatliche Kreditinstitute wie die Development Bank of the Philippines und die Land Bank of the Philippines Vorzugszinssätze für Wohnungsentwickler anbieten könnten. Niedrigere Finanzierungskosten würden die Projektkosten senken und es ermöglichen, Häuser zu günstigeren Preisen anzubieten. Zudem wird ein Modell nach dem Vorbild Singapores diskutiert, bei dem die Regierung Grundstücke bereitstellt oder erwirbt, während die private Wirtschaft die Bebauung übernimmt. Auch öffentlich-private Partnerschaften werden als Potenzial gesehen.
Die drängenden Probleme der Branche werden im Rahmen des SHDA 7 Housing Summit thematisiert, der am 11. September 2026 im Radisson Blu Hotel in Cebu City stattfinden soll. Unter dem Motto „Breaking Barriers, Building Forward“ werden Regierungsvertreter, Entwickler, Bauunternehmen, Versorger, Stadtplaner und Akademiker zusammenkommen. Ronald Allan Uy, Vizepräsident der SHDA 7 und Vorsitzender der Veranstaltung, erklärte, dass der Fokus der Branche nicht mehr allein auf der bloßen Erhöhung der Anzahl an Häusern liege, sondern auf der Produktion von qualitativ hochwertigem und bezahlbarem Wohnraum innerhalb angemessener Zeiträume.
Zu den Schwerpunkten des Gipfels gehören regulatorische Reformen, Entwicklungskosten, Ressourcensicherheit sowie Maßnahmen zur Beschleunigung der Wohnraumproduktion. Die Teilnehmer werden zudem über die Immobilienbewertung, die lokale Wettbewerbsfähigkeit, die Sicherheit von Wasser und Strom sowie über Infrastruktur und Wachstumskorridore diskutieren. Ein weiteres Thema ist die Umsetzung des Real Property Valuation and Assessment Reform Act. Entwickler äußerten die Sorge, dass höhere Immobilienbewertungen zu steigenden jährlichen Grundsteuern führen könnten, was wiederum Auswirkungen auf Mieten und andere Gebühren hätte. Auch infrastrukturelle Engpässe wie die Entwässerung und der Hochwasserschutz bei der Ausweitung von Wohngebieten stehen auf der Agenda. Es wird mit etwa 150 Teilnehmern, darunter Führungskräfte und technische Experten, gerechnet.





