Wirtschaft: Metro Manila, Quezon

Reform der Strompreise: Gesetzgeber streben Abschaffung der Systemverlustgebühren an

Die philippinische Regierung plant, die Erhebung von Systemverlustgebühren durch Stromversorger zu beenden. Laut Senatspräsident Sherwin Gatchalian könnte die parlamentarische Bearbeitung der entsprechenden Gesetzesentwürfe zwischen drei und sechs Monate in Anspruch nehmen. Ein breiter Konsens zwischen dem Präsidenten, dem Repräsentantenhaus und dem Senat beste bereits, so Gatchalian in einem Interview mit Super Radyo dzBB.

Lush tropical island paradise in siargao, philippines, showing stilt houses and palm trees
Symbolbild: Envato

Die Initiative geht auf eine direkte Anweisung von Präsident Ferdinand Marcos Jr. zurück. In seiner fünften Rede zur Lage der Nation forderte er den Kongress auf, das Gesetz zur Reform der Stromindustrie (Electric Power Industry Reform Act, EPIRA) zu ändern. Ziel ist es, zu verhindern, dass Systemverlustgebühren sowie die darauf entfallende Mehrwertsteuer (VAT) auf die Endverbraucher übertragen werden. Derzeit erlauben die EPIRA sowie das Gesetz zur Bekämpfung von Stromdiebstahl (Republic Act No. 7832) den Verteilungsunternehmen, einen Teil dieser Verluste über die monatlichen Stromrechnungen einzufordern.

Im Senat wurden bereits acht Maßnahmen zur Abschaffung dieser Gebühren eingereicht. Zu den Mitunterzeichnern gehören unter anderem der stellvertretende Senatspräsident Vicente „Tito“ Sotto III, die Senatoren Erwin Tulfo und JV Ejercito sowie selbst Sherwin Gatchalian. Auch aus dem Repräsentantenhaus liegen Entwürfe der Abgeordneten Toby Tiangco aus Navotas und Patrick Michael Vargas aus dem 5. Distrikt von Quezon City vor.

Die Energieaufsichtsbehörde (Energy Regulatory Commission, ERC) hat ihre Unterstützung für die Reform angekündigt. In einer Erklärung begrüßte die ERC den Aufruf des Präsidenten und betonte ihre Bereitschaft, eng mit dem Kongress, dem Energieministerium (Department of Energy, DOE) und anderen Behörden zusammenzuarbeiten, um die notwendigen rechtlichen und regulatorischen Maßnahmen voranzutreiben. Dennoch schätzt das Energieministerium, dass die Umsetzung der Präsidentschaftsanweisung mindestens ein Jahr dauern könnte.

Es bestehen jedoch erhebliche Bedenken hinsichtlich der praktischen Umsetzung und der Vermeidung von Kostenverschiebungen. Senator Gatchalian bezeichnete die Energieaufsichtsbehörde als potenziellen Engpass und mahnte, dass die ERC strikte Regulierungen erlassen müsse. Es müsse sichergestellt werden, dass die Verteilungsunternehmen die Systemverluste selbst tragen und diese Kosten nicht unter anderen Posten in der Stromrechnung verstecken. Die Berechnung der Systemverluste stelle dabei eine der größten Herausforderungen dar.

Verbraucherschützer mahnen zu einer umfassenderen Herangehensweise. Die DCM begrüßte den Vorschlag zwar, warnte jedoch, dass die Streichung einer einzelnen Gebühr ohne tiefgreifende Reformen lediglich die finanzielle Last auf andere Rechnungskomponenten verschieben könnte. Ryan Amper, Sprecher der DCM, erklärte, dass Systemverlustgebühren keine Gewinnspanne seien, sondern die Erstattung von Strom, der bei der Übertragung und Verteilung verloren geht. Ohne regulatorische Änderungen könnten diese Kosten in anderen Bereichen der Rechnung wieder auftauchen.

Die DCM fordert zudem eine Überprüfung der Disparitäten bei der Verlustdeckung. Während private Versorgungsunternehmen bis zu fünf Prozent der Systemverluste verrechnen dürfen, ist dies bei Elektrizitätsgenossenschaften mit bis zu 12,5 Prozent möglich. Daten aus dem Juni 2026 verdeutlichten diesen Unterschied: Kunden der Davao Light and Power Company zahlten etwa 0,6322 Pesos pro Kilowattstunde für Systemverluste, während Kunden der Northern Davao Electric Cooperative (NORDECO) 1,4025 Pesos pro Kilowattstunde entrichteten. Für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 250 Kilowattstunden pro Monat entspräche dies einer Differenz von etwa 192 Pesos zwischen den Anbietern.

Zusätzlich plädiert die DCM für eine Prüfung weiterer Kostenfaktoren wie der Lifeline-Subvention, der Green Energy Auction Allowance (GEA-All), der FIT-All sowie der Mehrwertsteuer auf Stromrechnungen. Auch die Manila Electric Company (Meralco) forderte eine gründliche Diskussion über das Vorhaben, da die Abschaffung der Gebühren die operative und finanzielle Stabilität der Stromverteiler beeinflussen könnte.