Sicherheit: Landesweit

Polizeichef ordnet Löschung von Social-Media-Inhalten nach Schulschießererei in Zamboanga an

Am Dienstag, den 18. August 2026, kam es an der Ateneo de Zamboanga University zu einer tödlichen Schießerei. Der Schütze übertrug die Tat live über eine Social-Media-Plattform. Bei dem Angriff kamen zwei Schüler ums Leben, darunter auch der minderjährige Tatverdächtige.

closeup security guard man in public area standing secure people or place outdoor.coffeekai
Symbolbild: Envato

Im Zuge der ersten Untersuchungen wurde bekannt, dass eine der verwendeten Schusswaffen vom Zollamt (Bureau of Customs, BOC) an den Vater des Täters ausgehändigt worden war. Dieser Vater bekleidet die Position des Distriktkommandanten der Sicherheitsdienste des Zamboanga BOC. Als Reaktion auf den Vorfall hat der Chef der philippinischen Nationalpolizei (PNP), General Jose Melencio Nartatez Jr., die Anti-Cybercrime-Gruppe der Polizei angewiesen, die Online-Überwachung zu verstärken und sämtliche Fotos, Videos sowie andere Beiträge zu dem Vorfall zu entfernen.

General Nartatez betonte in einem Interview mit Reportern, dass Vorfälle, an denen Minderjährige beteiligt sind, mit größter Sensibilität behandelt werden müssen. Er appellierte an die Öffentlichkeit, Mitgefühl zu zeigen und darauf zu verzichten, Bild- und Videomaterial des Vorfalls zu teilen oder weiterzuverbreiten. Solche Inhalte könnten die Angehörigen der Opfer sowie die Öffentlichkeit zusätzlich belasten und zudem die laufenden Ermittlungen behindern. Die polizeilichen Untersuchungen sollen über den eigentlichen Schusswechsel hinausgehen, um die genauen Umstände zu klären, die den Minderjährigen zu dem Angriff bewegt haben könnten.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Gewaltakten mit minderjährigen Tätern ein. Bereits im Juni kam es an der San Jose National High School in Tacloban City zu einer Schießerei, bei der zwei Schüler, die mutmaßlich gewalttätige Online-Spiele konsumierten, drei Mitschüler töteten. Auch in diesem Fall stammte eine der verwendeten Waffen aus dem Besitz einer Verwandten des Täters, einer Polizistin, die die Waffe vom PNP erhalten hatte. General Nartatez erklärte zudem, dass man nach Mustern suchen wolle, um entsprechende Interventionsmaßnahmen zu entwickeln und derartige Tragödien künftig zu verhindern.