Philippinische Polizei plant verpflichtende Sicherheitsseminare für Waffenbesitzer
EditJüngste Tragödien unterstreichen die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Umgang mit Schusswaffen. Am Dienstag, den 18. August, starben zwei Schüler bei einem Schusswaffenvorfall an der Ateneo de Zamboanga University, wobei einer der Beteiligten der Schütze war. Die verwendete Waffe war zuvor vom Bureau of Customs an den Vater des Schützen ausgegeben worden. Fast zwei Monate zuvor ereignete sich an der San Jose National High School in Tacloban City ein ähnlicher Vorfall, bei dem drei Schüler ums Leben kamen. Die verantwortlichen Schützen waren damals 14 und 15 Jahre alt. In beiden Fällen wurden staatlich ausgestellte Waffen genutzt, die von Minderjährigen unbefugt erlangt werden konnten. Die Behörden stellten fest, dass diese Vorfälle durch eine sachgemäße Verwahrung der Waffen hätten verhindert werden können.
Hintergrund dieser Vorfälle sind die leichte Zugänglichkeit von Waffen und die mangelnde Sicherheit im Umgang mit ihnen. Laut Polizeichef General Jose Melencio Nartatez Jr. lassen sich solche Ereignisse auf diese Faktoren zurückführen. Die Polizei wolle genau an diesem Punkt ansetzen. Der Polizeichef hat die Civil Security Group bereits damit beauftragt, finale und aktualisierte Richtlinien für die Durchführung regelmäßiger Sicherheitsseminare zu erarbeiten, die landesweit für alle registrierten Waffenbesitzer gelten sollen.
Die PNP prüft neue Maßnahmen für die Erteilung von Waffenbesitzgenehmigungen. Wie Polizeichef General Jose Melencio Nartatez Jr. in einer Erklärung mitteilte, wird erwogen, Personen, die eine Erlaubnis beantragen oder erneuern möchten, zu umfassenden Sicherheitsseminaren zu verpflichten. Diese Schulungen sollen sich schwerpunktmäßig mit der ordnungsgemäßen Aufbewahrung von Schusswaffen befassen. Nartatez erinnerte die Öffentlichkeit daran, dass der Besitz von Schusswaffen erhebliche Pflichten mit sich bringt. Diese sind von der Erteilung der Erlaubnis zum Besitz von Schusswaffen (License to Own and Possess Firearms, LTOPF) über die Waffenregistrierung bis hin zur Erlaubnis zum Führen von Schusswaffen außerhalb des Wohnsitzes (Permit to Carry Firearms Outside Residence, PTCFOR) festgeschrieben.
Die umfassende Überprüfung der bestehenden Regeln für den Waffenbesitz wurde nach einem Schusswaffenangriff an einer Schule in Tacloban City eingeleitet. Im Rahmen dieses Prozesses arbeitet die Polizei zudem mit Waffenhändlern zusammen, um deren Input und Beiträge einzuholen, die die Sicherheit in den Gemeinden durch einen verantwortungsbewussteren Umgang mit Schusswaffen erhöhen könnten. Für die Ausstellung von Lizenzen, Genehmigungen und die Registrierung von Waffen ist in den Philippinen das Firearms and Explosives Office (FEO) der PNP auf Grundlage des Gesetzes Republic Act No. 10591 die alleinige zuständige Behörde.




