Gesellschaft: Cebu

Neues Meeresreservat auf den Camotes-Inseln zum Schutz der marinen Lebensräume eingerichtet

Die Stadtverwaltung von San Francisco auf den Camotes-Inseln hat die Einrichtung des 28 Hektar großen Southern Poblacion Marine Reserve beschlossen. Mit der kommunalen Verordnung 2026-265, die vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet wurde, sollen die marinen Lebensräume geschützt und die Erholung der Ressourcen ermöglicht werden. Die neuen Regelungen umfassen die Bereiche Fischerei, Tourismus und wissenschaftliche Forschung innerhalb des Schutzgebietes.

Beautiful tropical seacape. El Nido, Palawan island, Philippines
Symbolbild: Envato

Das Reservat sieht eine zentrale Kernzone vor, in der jegliche Form der Fischerei streng untersagt ist. Dies umfasst auch das Sammeln von Muscheln oder anderen Meeresbewohnern. Um die empfindlichen Ökosysteme zu bewahren, sind in dieser Zone zudem das Ankern von Booten sowie das Sammeln oder die Zerstörung von Meeresressourcen verboten. Eine Ausnahme besteht lediglich für Organismen, die Schaden anrichten könnten, wie etwa die Dornenkronenseesterne. Das Gebiet bleibt für Besucher jedoch zugänglich: Unter kontrollierten Bedingungen und begrenzten Besucherzahlen sind Aktivitäten wie Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen sowie Forschungsarbeiten erlaubt.

Die an die Schutzzone angrenzenden Gewässer wurden als gemeinschaftliche Fischereigebiete für die Kleinfischer von San Francisco ausgewiesen. Für die Nutzung dieser Flächen gelten strikte Auflagen. Lokale Fischer müssen über einen Fischerausweis sowie eine entsprechende Erlaubnis verfügen. Die Ausrüstung ist dabei auf fünf Angelleinen und ein Speerwerkzeug begrenzt. Zudem ist eine kostenpflichtige Genehmigung des Bürgermeisters erforderlich, die den erlaubten Bereich und die Tätigkeit genau festlegt. Fischer, die nicht in der Gemeinde ansässig sind, benötigen für die Fischerei oder andere Aktivitäten im Gemeinschaftsgebiet eine spezielle Erlaubnis des Bürgermeisters. Dabei gibt es jedoch noch Unklarheiten bezüglich der Regeln für die Pufferzone, da die Verordnung in verschiedenen Abschnitten widersprüchliche Angaben zur Anzahl der erlaubten Speere und zu den zulässigen Fangmethoden macht.

Für den Tourismus wurden ebenfalls Sicherheits- und Umweltvorgaben festgelegt. Taucher müssen eine gültige Lizenz oder Zertifizierung vorweisen und von einem Reiseleiter begleitet werden. Vor der Durchführung von Aktivitäten muss die Genehmigung des Reservat-Managers eingeholt werden. Zudem fallen Gebühren für die Ausrüstung und Dienstleistungen an. Reiseleiter und Bootsführer sind verpflichtet, Uniformen und Ausweise zu tragen, während die Boote mit Erste-Hilfe-Sets, Rettungsringen und Schwimmwesten ausgestattet sein müssen. Das Wegwerfen von Müll, illegale Wilderei, das Tauchen mit Kompressoren sowie die Nutzung zerstörerischer Ausrüstung sind untersagt.

Die Umsetzung der Verordnung obliegt dem Bürgermeister, während das Management-Board des Reservats die Durchführungsbestimmungen sowie die Gebührenordnung ausarbeiten muss. Die Behörden behalten sich vor, die Fischerei oder den Zugang zum Gebiet einzuschränken oder ganz zu schließen, falls der Zustand des Reservats dies zur Regeneration der Ressourcen erfordert. Auch Bildungsreisen oder Forschungsbesuche können bei drohender Gefährdung des Gebiets ausgesetzt werden. In der veröffentlichten Bekanntmachung fehlen bislang noch die genauen Grenzverläufe des Reservats sowie ein spezifisches Datum der Unterzeichnung.