Wirtschaft: Landesweit

Massiver Anstieg der Verbraucherbeschwerden bei der philippinischen Zentralbank

Die philippinische Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) verzeichnete im Jahr 2025 einen drastischen Anstieg der Verbraucherbeschwerden. Über ihren Mechanismus zur Unterstützung von Verbrauchern (Consumer Assistance Mechanism, CAM) gingen mehr als 120.000 neue Beschwerden ein. Dies entspricht einem Zuwachs von 72,6 Prozent gegenüber den 70.112 gemeldeten Fällen im Jahr 2024, wie aus dem aktuellen Jahresbericht der Behörde hervorgeht.

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Quelle: PIA

Dieser Trend der steigenden Fallzahlen ist bereits seit 2021 erkennbar. Damals registrierte die BSP lediglich 19.181 Beschwerden, womit sich die Zahl der Fälle innerhalb von vier Jahren mehr als versechsfacht hat. Als Hauptgründe für diesen Anstieg nennt die Zentralbank ein gestiegenes öffentliches Bewusstsein für die Beschwerdewege der BSP sowie die zunehmende Nutzung digitaler Bank- und Zahlungsplattformen.

Zusätzlich trug die verstärkte mediale Berichterstattung über zwei wichtige Verbraucherschutzgesetze zum Anstieg bei: den FCPA und den Anti-Financial Account Scamming Act (Afasa). Insbesondere die strengere Durchsetzung des Afasa-Gesetzes wird von Regulierungsbehörden und Gesetzgebern positiv bewertet, da es die Erkennung und Meldung von Finanzbetrug verbessert hat.

Beschwerden, die im ersten Schritt nicht gelöst werden können, werden an ein Mediationsverfahren weitergeleitet. Die Zahl der Überweisungen zur Mediation stieg im Jahr 2025 um 48,9 Prozent auf 1.057 Fälle im Vergleich zu 710 im Vorjahr. Insgesamt bearbeitete die BSP im Jahr 2025 insgesamt 1.188 Mediationsfälle, wovon 131 aus dem Vorjahr übernommen wurden. Von den 876 im Jahr abgeschlossenen Fällen wurden 611 als erfolgreich eingestuft, bei denen eine Einigung erzielt oder der Streitfall geklärt werden konnte. 175 Fälle endeten ohne gütliche Einigung, während 90 Fälle aus anderen Gründen, etwa durch Desinteresse einer Partei oder weil der Streitfall außerhalb der Kompetenz der Mediation lag, eingestellt wurden.

Trotz des hohen Volumens sank die Erfolgsquote bei der Mediation von 84,4 Prozent im Jahr 2024 auf 74 Prozent im Jahr 2025. Die BSP führt diesen Rückgang nicht auf eine Schwächung des Mediationsprozesses zurück, sondern vermutet, dass Verbraucher verstärkt alternative Rechtsmittel wie gerichtliche Verfahren oder formelle Entscheidungsprozesse in Betracht ziehen.

Für Fälle, die eine formelle Entscheidung (Adjudikation) erfordern, bearbeitete die BSP im Jahr 2025 insgesamt 68 Fälle, einschließlich 12 Übertragungen aus dem Vorjahr.