Korruptionsskandal um Hochwasserschutz: 35 Verfahren vor Gericht anhängig
EditIm Zusammenhang mit dem milliardenschweren Skandal um missbräuchliche Maßnahmen im Hochwasserschutz sind derzeit 35 Fälle vor Gericht anhängig. Wie das Büro des Ombudsmanns am Donnerstag, den 3. September, gegenüber dem Senat mitteilte, werden 31 dieser Verfahren vor dem Antikorruptionsgericht Sandiganbayan geführt, während die verbleibenden vier Fälle bei verschiedenen regionalen Gerichten verhandelt werden.
Ombudsmann Jesus Crispin „Boying“ Remulla erläuterte hierzu die rechtliche Zuständigkeit der verschiedenen Instanzen. Das Sandiganbayan ist zwar das spezialisierte Tribunal für Korruptionsdelikte, doch sind gemäß dem Republic Act Nr. 10660 auch regionale Gerichte (Regional Trial Courts, RTC) zuständig. Dies gilt insbesondere dann, wenn kein spezifischer Schaden für den Staat benannt werden kann oder die Schadenssumme eine Million Pesos nicht überschreitet. Zudem behandeln vom Obersten Gerichtshof benannte untergeordnete Gerichte Fälle gegen Beamte, deren Gehaltsstufe unter Grad 27 liegt, was auf dem Judiciary Reorganization Act (Batas Pambansa Nr. 129) basiert.
Die Verteilung der Verfahren zeigt diese rechtlichen Vorgaben. Während hochkarätige Fälle wie die Plünderungs- und Korruptionsvorwürfe gegen Senator Jinggoy Estrada sowie die Vorwürfe der Veruntreuung gegen den ehemaligen Abgeordneten von Ako Bicol, Zaldy Co, vor dem Sandiganbayan liegen, DPWH, wie etwa Brice Hernandez, vor einem regionalen Gericht in Quezon City geführt.
Über die laufenden Gerichtsverfahren hinaus führt der Ombudsmann aktuell Vorermittlungen zu 166 weiteren Beschwerden im Bereich des Hochwasserschutzes durch. Parallel dazu werden 107 Überprüfungen des Lebensstils von Amtsträgern und Angestellten durchgeführt. In der Phase der Vorermittlung prüfen Staatsanwälte, ob die Beweislage für eine Anklage vor Gericht ausreicht. Remulla übernahm sein Amt im Jahr 2025, zeitgleich mit dem Ausbruch des Skandals. Bisher gilt Estrada als der ranghöchste Beamte, der in diesem Zusammenhang festgenommen wurde. Der ehemalige Gesetzgeber Zaldy Co befindet sich hingegen seit 2025 im Ausland und entzieht sich bislang der rechtlichen Verantwortung.





