Gesellschaft: Landesweit

Kardinal David fordert nachhaltige Armutsbekämpfung statt reiner Soforthilfe

Mehr als 11 Millionen Filipinos leben unter der Armutsgrenze. Deshalb müssen Hilfsmaßnahmen über reine Soforthilfen und Almosen hinausgehen, fordert der Bischof von Kalookan, Kardinal Pablo David. In einem Beitrag in den sozialen Medien rief er alle Beteiligten dazu auf, Unterstützung zu leisten, die nicht nur den Hunger und andere unmittelbare Bedürfnisse lindert, sondern auch die tieferliegenden Ursachen der Armut bekämpft.

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Symbolbild: Envato

Soziale Hilfsmaßnahmen dürfen nicht bei der bloßen Verteilung von Nahrungsmitteln oder der Unterstützung nach Naturkatastrophen enden, betonte der Kardinal. Es müsse untersucht werden, warum Familien über Generationen hinweg von Hunger betroffen sind und welche Veränderungen notwendig sind, damit Kinder die Armut ihrer Eltern nicht erben. Anstelle von reinen Geldleistungen oder Hilfsgütern, die er als Gefahr für eine Politik der Patronage sieht, plädierte David für langfristige Ansätze.

Zu den Formen einer höheren Form der Nächstenliebe zählten laut dem Kardinal eine qualitativ hochwertige, subventionierte Bildung, ein zugängliches Gesundheitswesen, angemessener Wohnraum sowie die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze und Existenzgrundlagen. Das Ziel müsse es sein, die Menschen zur Selbstständigkeit zu befähigen, statt sie in dauerhafter Abhängigkeit zu halten. Zudem stellte der Kirchenführer die Frage, warum ein erheblicher Teil des nationalen Budgets weiterhin für patronagenorientierte Vorhaben statt für echte, programmbasierte Projekte aufgewendet werde.

Hintergrund seiner Forderungen sind Daten der staatlichen Statistikbehörde Philippine Statistics Authority (PSA). Diese zufolge lag die Armutsquote im Jahr 2025 bei 9,7 Prozent, was etwa 11,08 Millionen Menschen entspricht, die unter der Armutsgrenze leben.