Wirtschaft: Cebu, Metro Manila

Industrieimmobilien auf den Philippinen bleiben trotz globaler Unsicherheiten stabil

Der Markt für Industrieimmobilien auf den Philippinen hat sich im ersten Halbjahr 2026 trotz steigender Kosten für Treibstoff und Bau sowie geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten widerstandsfähig gezeigt. Laut dem Bericht „Industrial Property Market Pulse First Half 2026“ der Immobilienberatung Colliers Philippines hält die Nachfrage nach Lagerflächen an. In den Regionen Zentral-Luzon, Metro Manila und Süd-Luzon sank die Leerstandsquote im ersten Halbjahr von 16,8 Prozent im Vorjahr auf 13,1 Prozent.

Home gardening initiative promotes better nutrition, environmental care
Quelle: PIA

Die neu bereitgestellten Lagerkapazitäten werden sowohl von traditionellen Unternehmen als auch von Akteuren aus dem E-Commerce-Sektor genutzt. Eine Umfrage von Colliers unter Entwicklern von Industrieparks, Vermietern von Industrieanlagen, Herstellern, Logistikfirmen und verwandten Unternehmen zeichnete ein weitgehend positives Bild. Rund 84 Prozent der Befragten bewerteten ihre geschäftliche Leistung in den vergangenen zwei Jahren als weitgehend oder sehr positiv, während lediglich vier Prozent angaben, dass ihre Unternehmen nicht wie erwartet abgeschnitten hatten.

Der Industriesektor scheint weniger stark von innenpolitischen wirtschaftlichen Sorgen betroffen zu sein, sieht sich jedoch direktem Druck durch steigende Öl- und Logistikkosten ausgesetzt. Als Grund hierfür wird der Konflikt zwischen den USA und dem Iran angeführt. Diese gestiegenen Kosten für Treibstoff, Fracht und Materialien veranlassten einige Unternehmen dazu, ihre Lagerstandorte neu zu bewerten, um die Transportausgaben zu senken. Dennoch gaben 26 Prozent der Befragten an, nicht von der Ölkrise betroffen zu sein, und viele andere berichteten, dass sich ihre Betriebsabläufe bereits wieder normalisiert hätten.

Bei der Auswahl von Industrieanlagen bleiben der Standort, die Mietraten sowie die Nähe zu Schnellstraßen oder Autobahnen die drei wichtigsten Kriterien. Dieser Fokus auf fundamentale Faktoren zeigt die Notwendigkeit, Transport- und Immobilienkosten angesichts der höheren Treibstoffpreise zu kontrollieren. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach modernen Lagerhäusern, die über eine größere lichte Höhe, eine verbesserte Bodenbelastbarkeit, Automatisierungseignung, erweiterten Brandschutz und energieeffiziente Systeme verfügen. Auch Nachhaltigkeitsaspekte wie Solarenergie und die Nutzung von Regenwasser gewinnen bei multinationalen und global orientierten Unternehmen an Bedeutung.

Der E-Commerce fungiert weiterhin als wesentlicher Treiber für den Bedarf an Lager- und Logistikflächen. Obwohl etwa zwei Drittel der Umfrageteilnehmer für die kommenden Jahre mit einem langsameren Wachstum im E-Commerce rechnen, erwartet kein Teilnehmer einen Rückgang der Nachfrage nach entsprechenden Einrichtungen.

In Bezug auf die zukünftige Planung gaben 84 Prozent der Befragten an, ihre Geschäftstätigkeit auf den Philippinen in den nächsten drei Jahren ausweiten zu wollen. Dieser Wert ist jedoch im Vergleich zu den 93 Prozent aus der Umfrage von 2025 gesunken, was auf eine zunehmende Unsicherheit hindeutet. Während Calabarzon und Zentral-Luzon die führenden Ziele für Expansionen bleiben, rangieren auch Zentral-Visayas und Süd-Mindanao unter den bevorzugten Gebieten. Die strategische Lage, die wachsende industrielle Aktivität sowie die steigende Nachfrage nach Logistik- und Lieferketten-Infrastruktur stützen diese regionale Expansion. Insbesondere Cebu wird als Wachstumsgebiet hervorgehoben; das Unternehmen Isla Logistics sieht beispielsweise weiterhin starke Aussichten in Metro Manila, Nord-Luzon, Süd-Luzon und Cebu.

Im Bereich der Transaktionen war Ende 2025 und Anfang 2026 eine Verlangsamung zu beobachten, da Investoren eine abwartende Haltung einnahmen. Die Nachfrage beginnt sich jedoch zu erholen, vor allem durch Endnutzer, wobei bereits einige große Transaktionen im Industriesektor abgeschlossen wurden. Als zentrale Herausforderungen bleiben steigende Baukosten, hohe Kosten für Versorgungsleistungen und Betrieb, Zinssätze, Bürokratie sowie Transportkosten bestehen. Um diese Kosten zu begrenzen und Expansionspläne dennoch umzusetzen, reagieren Entwickler mit Maßnahmen wie dem Bau in Phasen, Value Engineering, Großeinkäufen sowie standardisierten oder modularen Bauweisen.