Gewerkschaften fordern neutrale und gewaltfreie Parlamentswahlen in der BARMM
EditMit den heute, am 14. September 2026, BARMM beginnt ein entscheidender Schritt zur Etablierung einer regulären parlamentarischen Regierung. Angesichts dieser historischen Wahl haben Arbeitsrechtsgruppen auf Mindanao die Regierung dazu aufgerufen, strikt neutral zu bleiben und einen gewaltfreien Wahlprozess zu garantieren.
Die Forderungen wurden am 10. September während der Unterzeichnung des „Covenant of Mindanao Trade Unions“ in Davao City formuliert. Die Wahlen, die ursprünglich für Mai 2022 geplant waren, mussten mehrfach verschoben werden, bevor sie gemäß dem Gesetz Republic Act 12317 auf das Jahr 2026 festgesetzt wurden.
Mercy Abucayon von der Organisation Sentro Davao richtete einen Appell an Malacañang, die Regierungszentrale, dass die staatlichen Sicherheitskräfte neutral agieren müssen. Wähler dürften nicht durch Einschüchterung, Zwang oder Gewalt unter Druck gesetzt werden. Die Regierung solle sich aus dem Wahlkampf heraushalten und stattdessen die Aufgabe übernehmen, den Frieden zu wahren und faire Bedingungen zu schaffen.
Jong Pacanot, ein Vertreter der Gruppe Partido Manggagawa, ergänzte, dass sowohl die Regierung als auch die Kandidaten die Regeln der Wahlkommission (Commission on Elections) strikt befolgen müssen. Er betonte, dass sich Wähler beim Gang zu den Wahllokalen nicht bedroht fühlen dürfen. Zudem forderte er, dass bewaffnete Gruppen sich vollständig aus dem Wahlprozess heraushalten müssen. Als einzig legitime Sicherheitsorgane für die Wahlen sollten ausschließlich die Streitkräfte der Philippinen (AFP) und PNP eingesetzt werden. Alle Kräfte der MILF müssten, unabhängig von ihrer jeweiligen Gruppierung, am Rande des Geschehens bleiben.
Die Gewerkschaftskoalition äußerte sich besorgt über die Möglichkeit wahlbezogener Gewalt, die aufgrund der historischen Erfahrungen in Mindanao ein Risiko darstellt. Die Gruppen unterstrichen jedoch, dass ein dauerhafter Frieden maßgeblich davon abhängt, ob der Friedensprozess tatsächlich zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen und der Existenzgrundlagen der Menschen führt.
Ein zentraler Aspekt der langfristigen Stabilität ist die Integration ehemaliger Kämpfer der MILF in das zivile Leben. Dies ist eine der noch nicht abgeschlossenen Verpflichtungen der Regierung aus dem umfassenden Friedensabkommen über die Bangsamoro. Der sogenannte „Annex on Normalization“ sieht die Entwaffnung der BIAF sowie umfassende sozioökonomische Entwicklungsprogramme vor. Dazu gehören auch die Auflösung privater bewaffneter Gruppen und Entwicklungsunterstützung für von Konflikten betroffene Gemeinschaften.
Pacanot wies darauf hin, dass von ehemaligen Kämpfern nicht verlangt werden könne, ihre Waffen abzugeben, ohne dass ein tragfähiger Weg in das zivile Leben existiert. Dies müsse durch Hilfe zur Existenzsicherung, Qualifizierungsmaßnahmen und Unterstützung bei der Rückkehr in die Gemeinschaften gewährleistet sein. Laut Regierungsangaben wurden seit 2015 bereits 26.145 MILF-Kämpfer entwaffnet. Die Unterstützung umfasste unter anderem eine einmalige Übergangshilfe von 100.000 Pesos pro Kämpfer, Berufsbildung und Notfallbeschäftigung.
Trotz dieser Zahlen bleibt der Normalisierungsprozess unvollständig. Im August 2026 nahmen die Regierung und die MILF die gemeinsame Arbeit an diesem Prozess wieder auf und erkannten an, dass noch wichtige Verpflichtungen offenstehen. Heino Marius, Vorsitzender des Third Party Monitoring Team, bestätigte, dass noch viel Arbeit geleistet werden müsse, um den Prozess abzuschließen. Ungelöste sozioökonomische Probleme könnten den Übergang für ehemalige Kämpfer erschweren, die weiterhin Arbeit, Land und Fähigkeiten benötigen, um ihre Familien zu versorgen.
Ein weiteres kritisches Thema ist die Landfrage bei der Umwandlung ehemaliger MILF-Lager. Da einige dieser Gebiete auch von indigenen Völkern beansprucht werden, entstehen potenzielle Streitigkeiten darüber, wo ehemalige Kämpfer siedeln, Landwirtschaft betreiben oder Häuser bauen können. Das Ministerium für Agrarreform (Department of Agrarian Reform) hat im Juni 2026 eine Bestandsaufnahme von Landparzellen in Prioritätsbereichen innerhalb von sechs anerkannten MILF-Lagern abgeschlossen. Diese Daten sollen künftig die Reintegrations- und Friedensprogramme leiten.
Pacanot betonte, dass das Problem letztlich darin bestehe, ob ehemalige Kämpfer und betroffene Gemeinschaften ein nachhaltiges ziviles Leben aufbauen können. Er verwies auf die schwierige Lage in Marawi, das sich noch immer in der Erholung befindet, was die Lebensgrundlagen vieler Menschen beeinträchtigt habe. Die Regierung müsse die Existenzgrundlagen wiederherstellen und Bedingungen schaffen, unter denen Menschen sicher arbeiten können, etwa Landwirte, die aus Angst vor Unsicherheit ihre Felder meiden.
Abschließend forderte Abucayon, dass die wirtschaftlichen Vorteile des Friedens durch menschenwürdige Arbeit und verbesserte Lebensbedingungen allen Arbeitnehmern in der BARMM zugutekommen müssen. Die Gewerkschaftskoalition plant, die Wahlen genau zu beobachten, um Verstöße gegen die Integrität der Wahl zu melden. Laut Pacanot sei Frieden ohne Gerechtigkeit nicht möglich, ein Anliegen, das die Menschen in der BARMM teilen.




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