Kultur: Metro Manila

Bischof David fordert Katholiken zu digitaler Missionierung auf

Der Bischof von Caloocan, Pablo Cardinal David, hat die katholische Gemeinschaft dazu aufgerufen, im Internet nicht bloß als Content-Creator oder zur Gewinnung von Followern aufzutreten. Stattdessen solle das Ziel darin bestehen, die Wahrheit zu verbreiten, Menschen bei der Urteilsbildung zu unterstützen und durch eine Form der digitalen Missionierung echte Beziehungen aufzubauen.

Man in patterned jacket looks to the sidewirestock
Symbolbild: Envato

Diese Worte äußerte sich der Kardinal während seiner Predigt bei der Abschlussmesse der ersten „Asian Catholic Digital Missionary Assembly“. Die Versammlung fand in der Novaliches Cathedral statt. David warnte davor, dass das Internet zwar Millionen von Menschen verbinden könne, diese jedoch dennoch eine tiefe Einsamkeit verspüren könnten. Zudem könnten Algorithmen Menschen in Gruppen zusammenführen, die sich letztlich in feindseligen Lagern gegenüberstehen.

Nach Ansicht des Bischofs öffne jeder Bildschirm den Zugang zu einem menschlichen Leben. Jeder Beitrag erreiche eine Person mit eigenen Hoffnungen, Ängsten, Wunden und einer unverletzlichen Würde. Er mahnte daher, dass man vor dem Beantworten von Kommentaren, dem Teilen von Geschichten oder dem Eintreten in Debatten bedenken müsse, dass das Gegenüber kein Feind sei, den es zu besiegen gelte, sondern ein Bruder oder eine Schwester.

Im Zusammenhang mit dem Evangelium über die Vergebung riet David dazu, negativen Online-Kommentaren mit Liebe zur Wahrheit zu begegnen. Man solle das Richtige verteidigen, ohne dabei die Menschlichkeit derjenigen zu leugnen, die eine andere Meinung vertreten. Wenn andere Wut oder Verachtung verbreiten, solle man mit Mut und Würde antworten und eine Brücke bauen, statt Türen zu schließen.

Ein digitaler Missionar zeichne sich laut dem Prälaten dadurch aus, zuzuhören, andere zu begleiten, Raum für Mitmenschen zu schaffen und die Gemeinschaft zu stärken. In einer Welt, in der Hass oft das letzte Wort zu haben scheint, sollen das Leben und die Worte der Gläubigen das Evangelium verkünden, wonach Vergebung und Gemeinschaft stärker seien als Groll und Spaltung.