Western Visayas wächst schnell, baut aber zu wenig
Die Region Western Visayas verzeichnete im Jahr 2025 das höchste regionale Wachstum im Land. Mit einer realen Wachstumsrate von 6,4 Prozent lag sie deutlich über dem nationalen Durchschnitt von 4,4 Prozent. Diese Zahlen verdecken jedoch eine besorgniserregende wirtschaftliche Realität. Während die Region wuchs, schrumpfte die regionale Bruttoanlageinvestition um 11,4 Prozent. Die Fertigung wuchs nur um 1,5 Prozent, und der Bau schrumpfte um 0,5 Prozent. Die Region konsumiert mehr, baut aber weniger.
Die Region braucht eine Wirtschaft, die auf hochproduktiven, handelbaren Exporten basiert, anstatt auf verstreuten lokalen Dienstleistungen. Iloilo City zeigt dieses Trugbild des Fortschritts perfekt. Die Stadt hat ein Bruttoinlandsprodukt von 210,972 Milliarden Philippinischen Peso und einen blühenden Tourismussektor, der 9,4 Milliarden Peso einbrachte. Es gibt Bürotürme, Wohnsiedlungen und belebte Cafés, die Modernisierung suggerieren. Doch sichtbare Modernität bedeutet nicht zwangsläufig eine fortschrittliche Wirtschaftstruktur.
Der Verkehr in Iloilo City kostet die Wirtschaft jährlich zwischen 2,5 und 3,5 Milliarden Peso. Die Wasserinfrastruktur bleibt ein großes Problem, das zukünftige Investitionen gefährdet. Die Stadt benötigt täglich 219 Millionen Liter Wasser, erhält aber nur 30 bis 50 Millionen Liter. Ein Versorgungsdefizit von 31 Millionen Litern pro Tag lässt Gemeinden anfällig für Engpässe werden, während unkontrollierter Regen regelmäßig die Straßen überflutet. Wasser wird als lästig angesehen, anstatt als grundlegende wirtschaftliche Infrastruktur.
Die Bauern in der Provinz Iloilo produzieren große Mengen an Nahrungsmitteln, doch schwache Logistik und fehlende Nachernteeinrichtungen geben Zwischenhändlern die Marktmacht. Landwirtschaftliche Produktion allein wird ländliche Gemeinden nicht bereichern, wenn die Lieferkette kaputt ist. Ohne ernsthafte Intervention könnten die strukturellen Lebensmittelpreise jährlich um bis zu 7 Prozent steigen und die Haushalte bestrafen, die bereits Schwierigkeiten haben, grundlegende Ernährung zu bezahlen.
Unterschiedliche Einkommensgruppen erleben diese nationale Fehlentwicklung auf unterschiedliche Weise. Für die Armen bedeutet eine einzige Überschwemmung oder ein Jobverlust dauerhafte Verwundbarkeit. Für die Mittelschicht bedeutet es, aus eigener Tasche zu zahlen, um private Zuverlässigkeit zu kaufen, wenn öffentliche Dienstleistungen versagen. Armut ist nicht nur ein Wohlfahrtsproblem. Sie ist das unvermeidliche Ergebnis einer fragmentierten Regierung, die Landwirtschaft nicht mit industrieller Verarbeitung verbindet.
Die vorgeschlagene Wiederbelebung des Calle Real Kulturerbeviertels bietet ein perfektes Beispiel dafür, Kultur als wirtschaftliche Infrastruktur zu behandeln. Ein Demonstrationskorridor, der auf 50 bis 60 Millionen Peso geschätzt wird, könnte eine breitere Immobilieninvestition auslösen und die kommerzielle Belegung auf über 90 Prozent erhöhen. Die Region hat das Potenzial, eine hochlukrative Ingenieur-Bambus-Industrie aufzubauen, die jährlich bis zu 180 Millionen US-Dollar an Exporteinnahmen generieren könnte. Dies würde verwaltete Plantagen und eine Anfangsinvestition von etwa 50 Millionen US-Dollar erfordern und zeigt, dass echte Entwicklung ernsthafte strukturelle Planung erfordert.
Die Region konsumiert Tausende Tonnen Kaffee, produziert aber nur einen Bruchteil davon lokal. Dieses massive Ungleichgewicht verursacht eine jährliche wirtschaftliche Leckage von 3,9 Milliarden Peso, die einfach aus Panay und Guimaras fließt. Einige Beamte argumentieren, dass man Geduld haben muss, da große Infrastruktur Zeit und Ressourcen benötigt. Es ist wahr, dass öffentliche Mittel begrenzt sind und man Jahrzehnte der Unterinvestition nicht über Nacht beheben kann. Doch oft wird Geld verschwendet, bevor es wirklich knapp wird.