Todesfall des Meeresbiologen Kent Carpenter in den Philippinen
Der bekannte amerikanische Meeresbiologe Kent Carpenter wurde in den Philippinen erschossen. Er hatte sich seit Jahrzehnten der Erforschung der marinen Biodiversität des Landes gewidmet.
Carpenter war Professor und herausragender Wissenschaftler für Biologische Wissenschaften an der Old Dominion University in Norfolk, Virginia. Er hatte einen Bachelor of Science in Biologie vom Florida Institute of Technology und einen Ph.D. in Zoologie von der University of Hawaiʻi at Mānoa.
Nach seinem Abschluss arbeitete Carpenter für das Peace Corps. Er wurde dem Bureau of Fisheries and Aquatic Resources zugewiesen und leitete die Forschung zu Korallenriffen. Er nannte diese Aufgabe die beste seiner Karriere.
Carpenter und Victor Springer kartierten die Verteilungen von 2.983 Meeresarten in der Indo-Malay-Philippinen-Region. Sie fanden die höchste Konzentration im zentralen Teil der Philippinen, besonders um die Verde Island Passage zwischen Batangas und der Insel Mindoro.
Carpenter nannte die Region das Zentrum der marinen Küstenfisch-Biodiversität. Diese Bezeichnung wurde von Naturschützern übernommen, um die Bedeutung der Passage zu betonen.
Das Marine Science Institute der University of the Philippines bestätigte, dass die Philippinen durch Carpenters Arbeit als Zentrum der marinen Küstenfisch-Biodiversität anerkannt wurden.
Carpenter setzte sich für die Ausweisung der Verde Island Passage als Nationales Schutzgebiet und UNESCO-Weltnaturerbe ein.
Er arbeitete fast fünf Jahrzehnte mit der Siliman University in Dumaguete City zusammen. Gemeinsam mit dem verstorbenen National Scientist Dr. Angel C. Alcala und anderen Meereswissenschaftlern führte er bahnbrechende Studien durch.
Die Zusammenarbeit mit der Siliman University half, die Universität als international anerkanntes Zentrum für Meeres- und Küstenforschung zu etablieren. Sie trug wesentlich zum wissenschaftlichen Verständnis der Korallenriff-Biodiversität, der Fischökologie, der Fischerei-Nachhaltigkeit und des Meeresnaturschutzes bei.
Carpenter arbeitete eng mit Fakultätsmitgliedern, Forschern und Studierenden der Biologieabteilung, des Instituts für Umwelt- und Meereswissenschaften und des SU Angelo King Center for Research and Environmental Management zusammen.
Durch das Partnerships for International Research and Education-Programm eröffnete er Möglichkeiten für philippinische Doktoranden und Forscher, mit führenden internationalen Institutionen zusammenzuarbeiten.
Zu seinen jüngsten bedeutenden Beiträgen gehörte die Leitung des Albatross Re-Collection Project. Dieses Projekt untersucht historische Sammlungen des U.S. Fish Commission Steamer Albatross, der vor über einem Jahrhundert philippinische Gewässer erkundete.
Carpenter arbeitete auch mit Forschern der Siliman University an Studien zu drängenden Umweltfragen. Dazu gehörten die Konservierung von Korallenriffen, das Fischereimanagement und die Meeresverschmutzung.
Er diente als Sachverständiger für die Philippinen im wichtigen Schiedsverfahren über das Südchinesische Meer im Jahr 2016. Sein Tod hat die Meereswissenschaftsgemeinschaft und verschiedene Gruppen in Trauer versetzt.