Theater hilft jungem Davao-Opfer von Gewalt in der Familie
Hinter den Türen tausender philippinischer Haushalte verbirgt sich eine stille Krise. Zwischen August und November 2025 dokumentierte die Philippine National Police 6.883 Fälle von Gewalt gegen Frauen und Kinder. Einer dieser Fälle betrifft Berta, einen Schüler der zwölften Klasse aus Davao City, dessen Leben durch die Theaterarbeit der Organisation Amaya Lay in Mindanao verändert wurde.
Am 18. Juni startete die Nichtregierungsorganisation Amaya Lay in Mindanao Inc. ihr Projekt zur kinderfreundlichen und rechtbasierten Drogenaufklärung im Eden Nature Park and Resort. Berta nahm als junger Theaterdarsteller teil, dessen Leben durch die Gruppe neu geformt wurde. In einem Gespräch mit SunStar Davao schilderte Berta, wie die Organisation ihm aus einer traumatischen Kindheit half. Diese Heilungsreise trat besonders während eines plötzlichen Familienkonflikts hervor.
Berta erinnerte sich an Weihnachten 2025. Für viele Familien ist Weihnachten eine Zeit für Wiedersehen, gemeinsame Mahlzeiten und lautes Lachen. Es ist der einzige Tag im Jahr, an dem Unterschiede beiseitegelegt und die Häuser ein wenig wärmer werden. Für Berta wurde dieser Weihnachtsabend jedoch zur Erinnerung an alte Wunden. Was ein fröhlicher Abend hätte sein sollen, eskalierte schnell zu Chaos, als Stimmen aus dem Haus auf die Straße drangen. Der Streit drehte sich um Geld. Bertas Vater beschuldigte seinen ältesten Sohn, das Familienvermögen für Drogen und Online-Glücksspiele zu verschwenden. Bald schrien auch andere Familienmitglieder, und neugierige Nachbarn begannen, dem Streit zu folgen.
Für Berta fühlte es sich an, als würde er in eine Vergangenheit zurückgezogen, aus der er Jahre gebraucht hatte, um zu entkommen. Während die Schreie weitergingen, kamen Erinnerungen an blauen Flecken, die einst seinen Körper bedeckten, an die Angst, die im Haus blieb, und an zahllose Momente, in denen er Erwachsene um Hilfe bat, nur um auf Schweigen zu stoßen. In diesem Moment war er wieder ein verängstigter Siebenjähriger. Berta schrie in Wut: "Waren euch die vielen Menschen, die uns zusehen, nicht peinlich? Wir sind alle hier bei euch, und das ist, was ihr zeigen wollt? Vor uns?"
Ihre Mutter riet ihnen, ihren Zorn anderswohin zu richten. Berta widersprach. "Nein! Ich werde euch beide tadeln. Es ist Weihnachten, und das passiert uns." Jahre waren seit der Gewalt vergangen, die einst sein Kindheit prägte. Die Schläge hatten aufgehört. Ihr älterer Bruder hatte sich verändert. Doch die Gefühle blieben. Weihnachten machte Berta klar, dass körperliche Wunden heilen, Erinnerungen aber oft lange nach dem Verschwinden der blauen Flecken bleiben.
Bevor das Theater zu einem großen Teil seines Lebens wurde und er eine Gemeinschaft fand, die zuhörte, drehte sich Bertas Welt um das Zuhause und seine Geschwister. Es gab eine Zeit, in der diese Erinnerungen glückliche waren. Berta erinnert sich an Abende, die sie um den Fernseher mit seinen Brüdern und Schwestern verbrachten. Sie liebten es, zu singen, zu tanzen und Geschichten zu erfinden. Manchmal machte er dramatische Szenen mit übertriebenen Emotionen und theatralischen Darbietungen, nur um seine Geschwister zum Lachen zu bringen.
Ihr Lachen brachte Berta immer ein Lächeln ins Gesicht. Diese Momente wurden zunehmend seltener. Mit sieben Jahren begann Bertas ältester Bruder, sie und ihre sechs Geschwister körperlich zu misshandeln. Gewalt wurde Teil des Alltags. Die Kinder durften manchmal nicht aus dem Haus. Aufgaben wurden zur Quelle von Angst. Wenn sie Anweisungen nicht sofort hörten oder Aufgaben nicht schnell genug erledigten, konnten sie mit einem Besen geschlagen oder mit Gegenständen beworfen werden. "Es gab keinen Tag, an dem wir nicht geschlagen wurden. Jeden Tag war er wütend."
Was die Situation noch schwieriger machte, war, dass weder Berta noch seine Geschwister verstanden, warum es passierte. "Wir wussten nicht, warum. Wir fragten ihn, warum, aber es gab keine Antwort." Die Frage blieb bei ihnen für Jahre. Manchmal sprach Berta ihre Mutter an und hoffte auf eine Erklärung. "Was ist mit ihm passiert? Was ist sein Problem? Warum verhält er sich so, wenn es um uns geht?" Aber sie erhielten nie eine klare Antwort. Stattdessen wurden sie oft angewiesen, es zu akzeptieren.