Schusswaffenangriff an einer Schule in Tacloban fordert drei Tote
Am 27. Juni 2026 starben drei Schüler und 20 weitere wurden verletzt, als zwei Schüler an der San Jose National High School in Tacloban City, Leyte, das Feuer auf ihre Mitschüler eröffneten. Die beiden Täter, 14 und 15 Jahre alt, drangen durch den Hintereingang der Schule ein und schossen mit einer Glock-Pistole und einer .38-Kaliber-Revolver.
Die Polizei fand 40 leere Patronenhülsen am Tatort. Die gesamte Schule geriet in Panik, als 1.600 Schüler und 110 Lehrer versuchten, den Kugeln auszuweichen. Der Vorfall könnte der schwerste Schusswaffenangriff an einer Schule in der Geschichte des Landes sein.
Zuvor gab es zwei weitere Gewaltvorfälle an Schulen. Am 16. Juni verletzte eine Schülerin der achten Klasse sieben Schüler der fünften Klasse mit einem Messer an der Bethel Academy in Gen. Trias, Cavite. Drei Tage später stach ein Schüler der Oberstufe einen 18-jährigen Mitschüler an der Cavite National High School mehrfach.
Ein weiterer Vorfall ereignete sich Anfang Juni, als zwei Schülerathleten bei einem militärischen Bootcamp starben. Zudem ertranken zwei Basketballspieler der Ateneo de Manila University bei einer Teambuilding-Aktivität.
Politiker nutzten den Vorfall in Tacloban schnell für politische Zwecke. Sie forderten harte Strafen für die Täter, ohne die tieferen Ursachen der Gewalt zu untersuchen. Experten warnen, dass die Gewalt in Schulen auf gesellschaftliche Probleme zurückzuführen ist.
Die Gewalt in den Schulen hat eine soziale Grundlage. Es gibt materielle Bedingungen, die Gewalt fördern und ihr Wurzeln in der Gesellschaft geben. Wenn die Regierung die Gewalt in Schulen ernsthaft bekämpfen will, muss sie die Ursachen tiefer analysieren.
Die Gewalt ist in der Struktur der Gesellschaft verankert. Sie wird durch eine soziale Umgebung gefördert, die Gewalt als Lösung für gesellschaftliche Probleme verherrlicht. Die Institutionalisierung von Gewalt als Staatspolitik ist ein Erbe von Ex-Präsident Rodrigo Duterte.
Duterte startete 2016 einen brutalen Krieg gegen Drogen, bei dem Tausende Menschen starben. Gewalt wurde unter seiner Regierung normalisiert und staatlich sanktioniert. Duterte nutzte sowohl in Worten als auch in Taten Gewalt als Antwort auf persönliche und gesellschaftliche Probleme.