Schusswaffenangriff an einer Schule in Tacloban: Diskussionen um Verantwortung und Prävention
Am 22. Juni 2026 ereignete sich ein Schusswaffenangriff an der San Jose National High School in Tacloban, bei dem drei Schüler getötet wurden. Die Tragödie führte zu einer nationalen Debatte über die Verantwortung und Prävention solcher Vorfälle.
Politiker forderten erneut eine Senkung des Mindestalters für die strafrechtliche Verantwortung auf 12 oder sogar 10 Jahre. Sie machten unter anderem gewaltverherrlichende Videospiele wie Gorebox und die unkontrollierte Nutzung von Smartphones für die Gewalt verantwortlich.
Gouverneur Arthur Defensor Jr. aus Iloilo reagierte anders. Er fragte Eltern, ob sie sich der Verantwortung für die Nutzung von Handys durch Kinder bewusst seien. Zudem kündigte er die Ausweitung des PRIME-Mentalgesundheitsprogramms auf öffentliche Schulen an. Defensor verwies auf lokale Zahlen, nach denen jährlich etwa 70 Suizide verzeichnet werden, davon 40 Prozent bei Jugendlichen.
Der Gouverneur betonte, dass die Präsenz von Psychologen und ausgebildeten Beratern in Schulen ein konkreter und notwendiger Schritt sei. Er kritisierte die Tendenz, die Schuld auf Bildschirme und Gesetzesänderungen zu schieben, anstatt die eigentlichen Probleme anzugehen.
Bei dem Schusswaffenangriff in Tacloban verwendeten die Täter eine 9mm-Pistole und eine .38-Kaliber-Revolver. Die Waffen stammten von Erwachsenen, einem Verwandten eines Polizisten und einem Sicherheitsmitarbeiter.
Die Diskussionen um die Senkung des Mindestalters für die strafrechtliche Verantwortung werden als vermeidende Maßnahme kritisiert. Das bestehende Jugendstrafrecht sieht Mechanismen für Kinder über 12 Jahren vor, die schwere Straftaten begehen. Diese sollen in intensive Eingreifzentren gebracht werden. Die Realität zeigt jedoch, dass diese Einrichtungen oft unterfinanziert, unterbesetzt oder gar nicht vorhanden sind.
Das Department of Social Welfare and Development (DSWD) musste kürzlich 275 Millionen Philippine Peso bereitstellen, um fünf regionale Zentren zu pilotieren. Von den angeblich 118 betriebsbereiten Zentren im ganzen Land kämpfen viele mit finanziellen und personellen Problemen.
Lokale Regierungen priorisieren oft sichtbare Infrastrukturprojekte gegenüber der Finanzierung von Sozialarbeitern, Umleitungsprogrammen oder Psychologen. Es ist einfacher, ein neues Gesetz zu verabschieden, als bestehende Programme zu finanzieren.
Die Senkung des strafrechtlichen Alters wird als ineffektiv angesehen, um Kriminalität zu verhindern. Stattdessen würde sie Trauma kriminalisieren. Kinder, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten, sind oft zuerst Opfer von Armut, Vernachlässigung, häuslicher Gewalt oder Ausbeutung durch Erwachsene.
Wenn das strafrechtliche Alter gesenkt wird, würde dies nicht die Öffentlichkeit schützen, sondern nur einen effizienteren Weg schaffen, um traumatisierte Kinder zu kriminellen Erwachsenen zu machen. Die Diskussion um die Ausweitung des PRIME-Programms in Schulen wird als sinnvoll angesehen, da sie die Ursachen angeht, anstatt nur die Symptome zu bestrafen.