Religionsführer sollen sich nicht in Politik einmischen
Die Sozialanthropologin Melba Maggay forderte in einer Pressekonferenz die Iglesia ni Cristo (INC) heraus. Sie kritisierte die 111-jährige Kirche für ihre Praxis des Blockvotings. Maggay nannte die INC eine Minderheitsreligion, die den demokratischen Prozess beeinflusst. Sie forderte eine Koalition von Katholiken und Evangelikalen, um eine moralische Stimme in der Politik zu bilden.
Maggays Aussage sorgte für Aufruhr. INC-Mitglieder und Unterstützer warfen ihr Heuchelei vor. Sie kritisierten, dass Maggay selbst zu Blockvoting aufrufe. Maggay betonte jedoch, dass sie Blockvoting ablehne. Sie wolle, dass Christen gemeinsam gegen Korruption vorgehen.
Religiöse Führer in der katholischen Kirche können sich nicht auf einen gemeinsamen Anti-Korruptions-Aufruf einigen. Sie sind uneins, ob Präsident Ferdinand Marcos Jr. und Vizepräsidentin Sara Duterte zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Einige fordern, dass beide zur Verantwortung gezogen werden. Andere sehen die Verhinderung einer weiteren Duterte-Präsidentschaft als moralische Pflicht.
Novaliches Bischof Emeritus Teodoro Bacani Jr. sagte in einem Interview, dass er Marcos dem Duterte vorziehen würde. Er nannte Marcos einen schwachen Präsidenten und Duterte eine unerwünschte Vizepräsidentin. Viele religiöse Führer verfolgen diese Strategie. Sie kritisieren Marcos weniger heftig als Duterte.
Religiöse Führer sollten sich auf ihre Rolle als Hüter der Moral konzentrieren. Sie sollten nicht in politische Strategien verfallen. Solche Kompromisse können die Gläubigen verwirren und entmutigen. Sie schwächen die Grundlage des Glaubens und machen eine Gemeinde zu einer politischen Partei.
In einer Demokratie sollten Bürger weise wählen. Religiöse Gruppen sollten nicht spezifische politische Entscheidungen vorschreiben. Sie sollten die Menschen dazu erziehen, moralische Entscheidungen zu treffen.