Raues Wetter verändert Reisepläne durch Kanmon-Straße
Eine Reise von Nagasaki nach Osaka wurde durch raues Wetter verändert. Statt der geplanten Route durch die Kanmon-Straße, die Kyushu und Honshu trennt, musste die Reise angepasst werden.
Die Kanmon-Straße ist ein schmaler Kanal, der Kyushu von Honshu trennt. Sie ist keine große Wasserfläche, sondern ein Durchgang, den das Leben mit wenig Zeremonie durchquert. Für Jahrhunderte haben Händler, Pilger, Fischer und Krieger diese Gewässer überquert.
Die Reise führte von Nagasaki nach Hiroshima. Zwischen diesen beiden Städten liegt die Kanmon-Straße, die täglich von Fähren, Fischereibooten, Frachtschiffen und Reisenden überquert wird.
Die Kanmon-Straße hat eine besondere historische Bedeutung. In der Nähe fand die Schlacht von Dan-no-ura statt, die eine Ära in Japan beendete und eine neue begann. Die Strömungen, die damals die Schiffe trugen, fließen noch heute.
Lokale Legenden erzählen von den besiegten Heike-Kriegern, die in diesen Gewässern verweilten, lange nachdem die Schlacht von Dan-no-ura endete. Ob man an solche Geschichten glaubt oder nicht, sie zeigen, dass die Besiegten nicht vergessen wurden.
In der Nähe liegt Ganryu-jima, wo Miyamoto Musashi den legendären Duell kämpfte, der ihn in die japanische Legende eintrug. Von Deck aus fühlte sich die Geschichte weniger wichtig als die Nähe.
Nagasaki und Hiroshima sind nur wenige hundert Kilometer voneinander entfernt. In der Erinnerung scheinen sie jedoch viel weiter auseinander zu liegen. Nagasaki erinnert an versteckte Christen, Verfolgung und Zeugnis. Es erinnert an den heiligen Paul Miki und die 26 Märtyrer.
Beide Städte, Nagasaki und Hiroshima, sind durch die Atombombenabwürfe im Zweiten Weltkrieg bekannt. Diese Ereignisse haben sie in das kollektive Gedächtnis der Welt eingebrannt. Die Städte werden für das, was ihnen widerfahren ist, erinnert, nicht für das, was dort geschah.
Die See bleibt indifferent gegenüber solchen Unterschieden. Die Strömungen bewegen sich wie immer. Fischereiboote überqueren dieselben Gewässer, Frachtschiffe fahren zu entfernten Häfen. Die alltäglichen Rhythmen des Lebens setzen sich fort.
Die Geschichte erscheint oft überwältigend, wenn man sie aus der Ferne betrachtet. Steht man jedoch in der Nähe der Orte, an denen sie stattfand, wird eine andere Realität sichtbar. Menschen gründen Familien, Kinder gehen zur Schule, Fähren kommen an und fahren ab, und Wäsche hängt an Balkonen.
Die Welt weigert sich, in ihren Tragödien zu verharren. Museen bewahren das Gedächtnis, Denkmäler die Warnung. Doch weder das eine noch das andere fängt den Rhythmus eines Ortes vollständig ein. Dieser Rhythmus lebt in Schulhöfen, Bahnhöfen, Fischereihäfen, Nachbarschaftsläden und Abendmahlzeiten.