Philippinische Journalismus-Ikone Eugenia Apostol verstirbt im Alter von 100 Jahren
EditDie einflussreiche Journalistin und Verlegerin Eugenia „Eggie“ Apostol ist im Alter von 100 Jahren verstorben. Ihr von ihr gegründetes Medienhaus, der Philippine Daily Inquirer (PDI), bestätigte den Tod am Montag, den 14. September. In einer Stellungnahme auf der Social-Media-Plattform Facebook bezeichnete die Redaktion Apostol als eine furchtlose Stimme für die Wahrheit und die Pressefreiheit. Ihr Vermächtnis habe den Journalismus auf den Philippinen während entscheidender historischer Wendepunkte maßgeblich mitgestaltet.
Apostol war eine zentrale Figur der alternativen Presse während der Ära des Kriegsrechts unter dem Diktator Ferdinand E. Marcos. Sie war unter anderem Verlegerin des Magazins „Mr. & Ms. Special Edition“, das in einer Zeit strenger Zensur und journalistischer Einschränkungen kritische Berichte und Kommentare zur damaligen Diktatur veröffentlichte. Ein Vorläufer des späteren PDI war zudem die Wochenzeitung „Philippine Inquirer“, die sich der Berichterstattung über den Prozess gegen Soldaten widmete, denen die Ermordung des Oppositionsführers Benigno „Ninoy“ Aquino Jr. zur Last gelegt wurde.
Den Philippine Daily Inquirer gründete Apostol im Jahr 1985, nur wenige Monate vor der People Power Revolution, die schließlich zum Sturz des Diktators Marcos führte. Ihr Engagement für eine unabhängige Berichterstattung setzte sie auch in späteren Jahrzehnten fort. Im Jahr 1999 etablierte sie das Boulevardblatt „Pinoy Times“. Das von erfahrenen Journalisten geführte Blatt erlangte Bekanntheit durch investigative Enthüllungen über die Regierung unter dem damaligen Präsidenten Joseph „Erap“ Estrada.
Für ihren langjährigen Einsatz für die Demokratie und die Pressefreiheit wurde Apostol im Jahr 2006 mit dem Ramon Magsaysay Award in den Kategorien Journalismus, Literatur und kreative Kommunikationskunst ausgezeichnet. Die Jury würdigte sie dafür, die Medien als Werkzeug gegen autoritäre Herrschaft genutzt zu haben. Damit ermöglichte sie den philippinischen Bürgern den Zugang zu unabhängigen Informationen in Zeiten politischer Krisen. Das Gremium hob zudem hervor, dass sie durch ihr mutiges Beispiel die Wahrheitssuche in das Zentrum des Kampfes für demokratische Rechte und eine bessere Regierungsführung in den Philippinen gestellt habe.






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