Gesellschaft

Philippinische Bischöfe bitten Familien um Vergebung

Katholische Bischöfe auf den Philippinen baten Familien um Vergebung. Diese Familien hatten sich nach dem Verlust eines Angehörigen durch Suizid von der Kirche ausgeschlossen gefühlt. Die Bischöfe forderten die Pfarreien auf, Urteile durch Mitgefühl zu ersetzen und trauernden Familien Hoffnung zu geben.

Confident Female Doctor in Office SettingWdnld
Symbolbild: Envato

Die Bischöfe äußerten sich in einem Hirtenbrief. Dieser wurde während der 132. Vollversammlung der Katholischen Bischofskonferenz der Philippinen im Erzbistum Ozamis vom 8. bis 10. Juli verabschiedet. Die Bischöfe sprachen dabei die wachsenden Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit im Land an.

Der Brief räumte ein, dass einige trauernde Familien Missverständnisse oder Ausgrenzung innerhalb der Kirche erlebt haben könnten. Die Bischöfe baten um Vergebung, wenn Familien sich während ihrer Trauerzeit von der Kirche ausgeschlossen fühlten.

Die Bischöfe forderten Priester und pastoralen Mitarbeiter auf, trauernde Familien mit Mitgefühl zu begleiten. Sie sollten die Begräbnisriten nach den kirchlichen Vorschriften feiern und die Hoffnung verkünden, die in Christus verwurzelt ist.

Die Bischöfe betonten die Heiligkeit des menschlichen Lebens. Sie zitierten den Katechismus der Katholischen Kirche und erklärten, dass Menschen nicht verzweifeln sollten an der ewigen Erlösung derjenigen, die durch Suizid gestorben sind. Schwere psychische Leiden können die persönliche Verantwortung mindern.

Die Bischöfe betonten, dass psychische Krankheiten weder ein Zeichen schwachen Glaubens noch eine Strafe Gottes sind. Sie verdienen Verständnis, angemessene Pflege und mitfühlende Begleitung.

Viele Filipinos kämpfen still mit Angstzuständen, Depressionen, Sucht, Einsamkeit, Trauer und anderen psychischen Herausforderungen. Diese Probleme werden oft durch Armut, Schulden, Arbeitslosigkeit, Migration und familiäre Konflikte verschärft.

Die Bischöfe warnten auch vor den negativen Auswirkungen digitaler Technologie und Künstlicher Intelligenz. Diese können zu Angstzuständen, Einsamkeit, Cybermobbing, ungesunden Vergleichen und Sucht führen, wenn sie unkontrolliert bleiben.

Die Bischöfe riefen Pfarreien, katholische Schulen, Grundlegende Gemeinschaften und Familien dazu auf, Orte der Aufnahme zu werden. Jeder sollte sich sicher fühlen, Hilfe zu suchen, ohne Angst vor Scham oder Ablehnung.

Die Kirche will Gemeinschaften des Begegnens aufbauen. Sie will das Stigma brechen, die Zusammenarbeit stärken und gemeinsam in der Hoffnung gehen. So soll jeder Mensch willkommen geheißen, begleitet und vom Stigma befreit werden.

Die Bischöfe ermutigten diejenigen, die psychische Schwierigkeiten haben, professionelle Hilfe zu suchen, wenn es notwendig ist. Medizinische oder psychologische Behandlung zeigt Weisheit und keinen Mangel an Glauben.

Die Bischöfe betonten, dass Gottes Heilung oft durch den Dienst von Ärzten, Psychologen, Beratern und anderen Betreuern kommt. Ihr Werk wird dankbar anerkannt.

Der Hirtenbrief ermutigte Pfarreien, Beratungsgruppen einzurichten, regelmäßig das Sakrament der Versöhnung zu feiern und Gebete für psychische Gesundheit, Heilung und Hoffnung in den gemeinsamen Gottesdiensten einzubeziehen.

In seiner Eröffnungsrede zur Vollversammlung am 8. Juli nannte Erzbischof Gilbert Garcera die sich verschlechternde psychische Gesundheitskrise und die zunehmende Anzahl von Suiziden. Sie erfordern erneute pastorale Aufmerksamkeit.

Garcera bezog sich auf die Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV, die im Mai veröffentlicht wurde. Die Kirche soll Gemeinschaften der Begleitung, Heilung und Hoffnung werden.

Quellen