Wirtschaft

Philippinen starten Ausschreibung für flexible Gas-Kapazitäten

Das Department of Energy (DOE) der Philippinen hat Entwürfe für eine Mid-Merit Natural Gas Capacity Auction veröffentlicht. Diese Ausschreibung ist ein wettbewerbsorientierter Prozess zur Vergabe von flexiblen Gas-Kapazitäten in den Regionen Luzon, Visayas und Mindanao.

Congested Cityscape Of Baguio City Philippines
Symbolbild: Envato

Die Ausschreibung soll die Stabilität des Stromnetzes sicherstellen. Sie soll die sogenannten Netzstabilisatoren beschaffen. Diese Kapazitäten halten das Licht an, wenn die Nachfrage steigt und die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen sinkt.

Die Kosten für Solar-PV sind zwischen 2010 und 2024 um 62 Prozent gesunken. Onshore-Windenergie verzeichnete einen Rückgang um 70 Prozent und Offshore-Windenergie um 90 Prozent. In Südostasien sind erneuerbare Energien nun die günstigste Quelle für Stromerzeugung.

Die Philippinen verfolgen das Ziel, bis 2030 35 Prozent und bis 2040 50 Prozent erneuerbare Energien zu nutzen. Das Land beschleunigt die Einführung erneuerbarer Energien durch das Green Energy Auction Program (GEAP). Im Jahr 2024 wurden 794 Megawatt neue erneuerbare Kapazitäten in Betrieb genommen.

Mit zunehmender Solar- und Windenergie wird die Aufrechterhaltung des Systemgleichgewichts komplexer. Das DOE hat das Stromsystem von Luzon für das Jahr 2040 modelliert. Die Ergebnisse zeigen signifikante mittägliche Solarüberschüsse und einen steilen Anstieg der Nachfrage am späten Nachmittag.

Das Stromnetz benötigt Erzeugungsanlagen, die mittags stillstehen und abends innerhalb weniger Minuten volle Leistung erbringen können. Diese Anforderungen unterscheiden sich grundlegend von den traditionellen Basislastkraftwerken.

Batteriespeicher spielen eine wichtige Rolle, insbesondere für die kurzfristige Verschiebung von überschüssiger Solarenergie. Sie speichern die Energie und geben sie in den frühen Abendstunden ab. Flexibilität ist jedoch kein einzelnes Problem mit einer einzigen Lösung.

Die IEA zeigt, dass thermische Anlagen auch am kurzen Ende des Flexibilitätsspektrums notwendig bleiben. In den Philippinen ist die Herausforderung der Flexibilität besonders akut. Visayas und Mindanao haben keine Gas-Kraftwerke oder bestehende Gasinfrastruktur.

In beiden Regionen basiert die Flexibilität fast ausschließlich auf Kohle und Öl. Selbst in Luzon, wo Gas-Kraftwerke existieren, arbeiten sie als Basislastkapazität. Kohlekraftwerke werden über ihre technischen Grenzen hinaus betrieben, um die tägliche Variabilität zu decken.

Die Mid-Merit-Auktion ist eine direkte Reaktion auf den Mangel an flexibler Kapazität in den Regionen. Sie unterstreicht die Richtigkeit der politischen Richtung. Naturgas wird oft als Übergangskraftstoff beschrieben. Die Frage ist, in was genau der Übergang erfolgt und unter welchem Betriebsmodell.

Historisch gesehen wurden Gas-Kraftwerke als Basislast betrieben, um Kapitalkosten zu decken. Mit zunehmender Durchdringung erneuerbarer Energien sinken die Auslastungsfaktoren von Gas-Kraftwerken. Sie sollen bis 2050 auf 5 bis 15 Prozent in weiten Teilen der Region fallen.

Die Preise für Erdgas sind volatil und von geopolitischen Störungen betroffen. Je höher die Nutzung, desto größer ist das Risiko für die Verbraucher. Gas wird jedoch nicht irrelevant. Seine Rolle verändert sich. Der Wert verschiebt sich von der kontinuierlichen Erzeugung zur schnellen Reaktionsfähigkeit.

Die Frage ist, welche Art von Gas-Kraftwerk die Anforderungen an die mittlere Leistung tatsächlich erfüllt. Die Entwürfe der Richtlinien schreiben keine bestimmte Technologie vor. In der Praxis bedeutet dies, dass Technologien mit sehr unterschiedlichen technischen Fähigkeiten unter demselben Rahmen konkurrieren werden.

Quellen