Philippinen setzen auf Kernenergie zur Sicherung der Energieversorgung
Die Philippinen setzen verstärkt auf Kernenergie, um die Energieversorgung zu sichern. Experten betonten auf dem Asian Clean Energy Forum 2026, dass Kernenergie als langfristige strategische Investition betrachtet wird. Sie kann die Energieversorgung stärken, das Wirtschaftswachstum unterstützen und den Übergang zu sauberer Energie fördern.
Während einer hochrangigen Podiumsdiskussion zum Thema Kernenergie-Bereitschaft und -Einsatz betonten Politiker, Technologieanbieter, Finanzierer und internationale Organisationen, dass Länder, die Kernenergie in Betracht ziehen, sich auf eine lange und komplexe Reise vorbereiten müssen. Diese erfordert nachhaltiges Engagement der Regierung, Finanzierung und institutionelle Kapazitäten.
Elizabeth Urbanas, stellvertretende Assistentin des Ministers für Asien und Amerika im US-Energieministerium, erklärte, dass Kernenergieprojekte extrem komplex, oft politisch, zeitaufwendig und teuer seien. Sie betonte, dass Geduld und langfristige Planung entscheidend seien.
Die Diskussion fand vor dem Hintergrund statt, dass mehrere Länder in Asien und im Pazifik ihre Energie-Strategien überdenken. Diese Länder reagieren auf den steigenden Strombedarf, die Dekarbonisierungsziele und die Besorgnis über die Sicherheit der Brennstoffversorgung.
Für die Philippinen wird Kernenergie zunehmend als Ergänzung zum schnell wachsenden Portfolio an erneuerbaren Energien betrachtet. Das Energieministerium arbeitet derzeit an einem Politikrahmen, der das erste Kernkraftwerk des Landes unterstützen soll. Dazu gehören potenzielle Mechanismen zur Kostenrückgewinnung, Gemeinschaftsvorteile und Anreize für Investoren. Die Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerks ist für 2032 geplant.
Unterstaatssekretärin Rowena Cristina Guevara vom Energieministerium erklärte, dass Kernenergie eine Rolle bei der Ausbalancierung des Stromnetzes spielen werde. Dieses Netz wird voraussichtlich in den kommenden Jahren große Mengen an intermittierender erneuerbarer Energie aufnehmen. Guevara betonte, dass die Philippinen in den letzten 40 Jahren das Kernkraftwerk in Bataan stillgelegt haben, ohne eine einzige Kilowattstunde zu nutzen. Sie ist jedoch überzeugt, dass Kernenergie in den nächsten 40 Jahren Teil des Energieübergangs sein wird.
Das Energieministerium strebt an, den Anteil erneuerbarer Energien im Strommix bis 2030 auf 35 Prozent und bis 2040 auf 50 Prozent zu erhöhen, von derzeit etwa 25 Prozent. Guevara berichtete, dass das Land bereits Zusagen für etwa 20 Gigawatt erneuerbarer Energieprojekte durch sein Green Energy Auction Program in den letzten zwei Jahren erhalten hat. Weitere 10 Gigawatt sollen in diesem Jahr angeboten werden.
Experten betonten, dass Länder, die Kernenergie in Betracht ziehen, diese nicht nur als Energieprojekt behandeln sollten. Laurent Fabre, Leiter der Geschäftsentwicklung bei Électricité de France, beschrieb die Kernenergieentwicklung als einen Marathon, keinen Sprint. Er betonte, dass der Erfolg von langfristiger Planung und starker Regierungsführung abhängt.
Henri Paillere, Leiter der Planungs- und Wirtschaftsforschungsabteilung bei der Internationalen Atomenergie-Organisation, hob die Bedeutung der Vorbereitung hervor. Dazu gehören die Schaffung von regulatorischen Rahmenbedingungen, qualifizierten Arbeitskräften, Finanzierungsmechanismen und öffentlichem Vertrauen, bevor mit dem Bau einer Kernanlage begonnen wird.
Vertreter aus Japan und Südkorea betonten ebenfalls die Notwendigkeit landesspezifischer Ansätze. Sie wiesen darauf hin, dass es kein einziges Modell für die Finanzierung oder den Einsatz von Kernenergie gibt. Satoru Yasuraoka, Direktor für internationale Angelegenheiten in der Abteilung für Kernenergiepolitik im japanischen Wirtschafts-, Handels- und Industrieministerium, verglich die Kernenergieentwicklung mit einer langfristigen Ehe. Länder müssen Strategien entwickeln, die ihre industriellen Fähigkeiten, menschlichen Ressourcen und die Reife des Stromnetzes widerspiegeln.